Samstag, 12. Mai 2012

Eine 81-jährige für den Gemeinderat?

Er ist ein echter Zucker-Rohling, der "Zuckerli". Aus ihm hätte einmal etwas werden können.
Vielleicht eines der Millionen Würfelzucker, welche im Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen der Zuckerfabrik das Werk in Aarberg, hinaus in die grosse Schweiz verlassen werden. Aber eben: Anlässlich der letzten Rübenernte fiel er einem Bauern vom Ladewagen. Dieser hat es selbstverständlich nicht einmal gemerkt. So kam es, dass Zuckerli einige Tage unter misslichen Umständen in der Nähe des Rössli-Pubs im Strassengraben lag. Schliesslich erbarmte sich ihm eine alteingesessene Aarbergerin und nahm das halb zerdrückte Ding mit nachhause. Er bot wahrlich keinen schönen Anblick. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich in der Senke, in der er gelegen hatte, wie könnte es anders sein, so direkt vor dem Pub draussen, eine Lache aus Wein und Bier, vermischt mit Motorenöl angesammelt hatte. Und wenn man heute mit ihm spricht, hat man immer ein bisschen das Gefühl, der Alkohol habe sich mit seinem Zuckergehalt doch ziemlich arrangiert.
Deshalb: Bitte nehmen Sie ihm keinesfalls übel, wenn er einmal ein bisschen übers Ziel hinausschiesst bei seinen Geschichten. Er ist eben ein richtiger Rohling. Aber doch irgendwie liebenswürdig. Seine erste Geschichte fand Zuckerli in einem heutigen Randartikel des Bieler Tagblatts.
Wussten Sie, dass eine 81-jährige Frau für den Aarberger Gemeinderat kandidiert?
Auch nicht gewusst - oder? Wie kommt das denn? In der heutigen Ausgabe des Bieler Tagblatts findet sich der Artikel eines altbewährten Schreibers aus Aarberg. Soeben haben sowohl die SP, als auch die SVP ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahlen vom kommenden Herbst nominiert. Währenddem bei den SVP-lern hinter deren Namen in Klammer das Alter angegeben war, also beispielsweise "Adrian Hügli (37)", hat der Schreiber bei der SP jedoch die Angabe der Jahrgänge bevorzugt. Also etwa "Myriam Lanz (81)". Das führte natürlich zu etwas Verwirrung, weil man zuerst denken konnte, da kandidiere wirklich eine 81-jährige für den Gemeinderat :-)
Ja das wäre halt mal etwas anderes. Doch fragt man sich, weshalb diese Kandidatin dann nicht gerade auch für das Amt der Gemeindepräsidentin kandidieren würde. Mit ihren 81 Jahren könnte sie mit der (ebenfalls etwas älteren Generation an Anwärtern) gar nicht schlecht mithalten. Denn diese sind auch nicht mehr die Jüngsten. Dafür haben sie natürlich viel Erfahrung vorzuweisen.
Bei den kandidierenden SP-Frauen hat sich noch ein weiterer Lapsus eingeschlichen. Kandidatin Chantal Hersche sei (auch in Klammer gesetzt) 52-jährig. Das ist jedoch weder ihr Jahrgang, noch ihr wirkliches Alter. Denn wenn man ihr Foto auf dem KandidatInnen-Plakat betrachtet, sieht diese Frau doch blutjung aus.
Ich wünsche Ihnen ein schönes, verregnetes Wochenende und freue mich bereits über die nächste, nicht unbedingt ernst zu nehmende Geschichte über Aarberg und seine Menschen.
Bis bald, Ihr Zuckerli

Gemeinderäte sollen mehr verdienen

Das Aarberger Rathaus: Hier hält der Gemeinderat seine Sitzungen ab. Ob dessen Mitglieder ab 2013 mehr verdienen, wird der Souverän im Dezember entscheiden (Bild: mna).
Die abtretenden Aarberger Gemeinderäte fordern für ihre Nachfolger eine höhere Entschädigung ab nächstem Jahr. Auch in anderen Seeländer Gemeinden werden die Löhne überprüft.
mna. „Ohne Reduktion meines Beschäftigungsgrades auf 70 Prozent in meinem angestammten Beruf als Sekundarlehrer hätte ich dies nicht bewältigen können“, erläutert der heutige Vize-Gemeindepräsident Fritz Affolter sein Engagement für die Gemeinde. Tatsächlich: Seine Einsätze für die Gemeinde haben sich seit dem Jahr 2004 verdoppelt. Für die Zunahme der Belastung im Gegensatz zu früher führt Affolter gleich mehrere Gründe ins Feld: Der Gemeinderat habe in den letzten Jahren konsequent die Strategie verfolgt, auch in regionalen Gremien vertreten zu sein. „Dies macht auch Sinn“, präzisiert Affolter, denn: „Haben doch die meisten Beschlüsse in diesen Gremien finanzielle Konsequenzen für die Gemeinde Aarberg. Das Mitwirken bei Verhandlungen mit kantonalen Stellen oder dem Regionalplanungsverband Seeland-Biel/Bienne seien weitere Beispiele, weshalb die Regierung heute stärker belastet sei. Und schliesslich: „Das Vertrauen in einen gewählten Gemeinderat ist grösser als in die Verwaltung“, ist der SVP-Kandidat für das Gemeindepräsidium überzeugt. Denn oft müsse der Gemeinderat vermittelnd oder erklärend zwischen der Verwaltung und dem Bürger wirken. „Ich persönlich habe mit zunehmender Amtserfahrung immer öfter die Rolle des Mediators oder des Coachs inne“, so Affolter.
Mehraufwand schlägt zu Buche
Um welche Beträge geht es konkret? Nebst der eigentlichen Entschädigung erhalten die Gemeinderäte eine Spesenpauschale sowie Sitzungsgelder. Gemeindepräsident Arnold Stalder erhält heute einen Lohn von 23‘000 Franken, sein Vize Fritz Affolter sowie die übrigen Ratsmitglieder 5‘800 Franken. Neu soll der Gemeindepräsident bis maximal 35‘0000 Franken erhalten, dessen Vize rund 20‘000 sowie die Ratsmitglieder eine Vergütung in der Höhe von maximal 14‘000 Franken. Die exakte Einreihung in den Gehaltsstufen sei noch nicht erfolgt, so Gemeindeschreiber Beat Soltermann. In Stellenprozenten werde für das Amt des Gemeindepräsidenten jedoch von 25 (bisher 20), für den Vize-Gemeindepräsidenten von 15 sowie für die übrigen Ratsmitglieder von 10 Stellenprozenten ausgegangen, so Soltermann. Sowohl die SP, als auch die SVP haben sich bereits positiv zu einer Erhöhung geäussert, da die heute gültigen Ansätze bereits im Jahr 2004 in Kraft gesetzt wurden und eine Anpassung aufgrund der Belastungs-Zunahme überfällig sei. Ueber die Anpassung entschieden wird schliesslich an der Gemeindeversammlung vom kommenden Dezember.
Blick ins Seeland
Wie sieht die Situation in anderen Seeländer Gemeinden aus? „Bei uns werden die Ansätze immer im Jahr vor dem Legislaturwechsel neu überprüft“, informiert Bürens Gemeindeschreiber Marco Reber. Der Gemeindepräsident erhält dort 18‘000 Franken jährlich, der Vize 6‘000 und die übrigen Ratsmitglieder 5‘000 Franken. In Nidau erhält der Stadtpräsident 44‘000 Franken, die Mitglieder des Gemeinderats 22‘000 Franken. Schüpfens Gemeindepräsident verdient heute 24‘000 Franken, sein Vize 11‘000, die übrigen Ratsmitglieder 9‘000 Franken. In Ins sind es 19‘805 Franken für den Gemeindepräsidenten, dies jedoch inklusive Taggeldern. Ins‘ Vize erhält 4‘195, die Mitglieder bescheidene 2‘045 Franken. Immerhin zählt Ins über 3300 Einwohnerinnen und Einwohner. Laut Daniela Fink, Gemeindeschreiber-Stellvertreterin in Twann-Tüscherz will man dort an der bevorstehenden Gemeindeversammlung vom 18. Juni dieses Jahres dem Souverän eine auf Anfang Jahr rückwirkende Erhöhung der Entschädigungen von 12‘000 auf 15‘000 Franken für den Gemeindepräsidenten sowie von 4‘000 auf 8‘000 Franken für den Vize beantragen. Die Ratsmitglieder sollen neu 6‘000 anstelle bislang 2‘000 Franken entschädigt erhalten. Auch hier sei der Grund die steigende Arbeitsbelastung, nicht zuletzt durch die Fusion zwischen Twann und Tüscherz-Alfermée. Die heutige Gemeinde Twann-Tüscherz zählt etwas über 1100 Einwohnerinnen und Einwohner.

Donnerstag, 26. April 2012

Aarberg will sich nicht selber bremsen

Die Aufhebung der kommunalen Submissionsverordnung wird auch bereits auf die bevorstehende Sanierung der Verwaltungsliegenschaft am Stadtplatz 46 Einfluss haben (Bild: Markus Nobs).
Der Gemeinderat von Aarberg hat seine Verordnung zur Vergabe von Gemeindeaufträgen aufgehoben. Er verhindert dadurch Verzögerungen beim Baubeginn der neuen Mehrzweckhalle.
Es war ein kleines, unscheinbares Inserat, das im Aarberger Anzeiger auf den Entscheid des Gemeinderats hingewiesen hat: Dieser habe nämlich entschieden, die kommunale Submissionsverordnung per 1. Mai 2012 aufzuheben.
Aufmerksamen Beobachtern war rasch klar, dass diese Verordnung auf irgendeine Art und Weise dem Zeitplan des bevorstehenden Baus der Mehrzweckhalle auf der Aarberger Kräheninsel im Weg stehen könnte. Die Aarbergerinnen und Aarberger haben diesem Bauvorhaben im vergangenen Jahr an der Urne deutlich zugestimmt (das BT berichtete). «Verrückt ist, dass Aarberg sich mit dieser Submissionsverordnung selber bremst», sagt SP-Gemeinderat Samuel Gauler. Er muss es wissen: Als Präsident der eigens für den bevorstehenden Bau der Mehrzweckhalle ins Leben gerufenen Spezialkommission wird er zusammen mit Gemeindepräsident Arnold Stalder (FDP), dessen Vize Fritz Affolter (SVP) und zwei weiteren Mitgliedern in den nächsten Monaten Arbeiten in Millionenhöhe vergeben.
Gesamthaft handelt es sich um ein Volumen von 8,9 Millionen Franken. Gauler: «Der Gemeinderat hat der Spezialkommission die alleinige Kompetenz zur Vergabe der Arbeiten übertragen». Und: Bis im Juni soll das Projekt für die Baueingabe bereit sein und die Arbeiten selbst noch in diesem Jahr vergeben werden. So könne der Baubeginn wie geplant im Februar 2013 erfolgen, so Gauler.
Mindestens drei Offerten
Welchen Vorteil bringt die Ausserkraftsetzung der Submissionsverordnung für die Gemeinde? Der wichtigste Punkt sind die Vergabebestimmungen für das sogenannt freihändige Verfahren. In der bisherigen Verordnung der Gemeinde war es lediglich bei Beträgen unter 25 000 Franken möglich, die Aufträge frei zu vergeben. Ab Mai gelten jetzt aber die kantonalen Schwellenwerte, welche viermal höher liegen. Nun wird es also möglich sein, Arbeiten bis zu einem Betrag von 100 000 Franken freihändig zu vergeben. Freihändig bedeutet nach kantonaler Vorgabe auch, nicht mehrere Offerten einholen zu müssen. Jedoch weist Gauler darauf hin, dass dies in Aarberg trotzdem geschehe. Der Gemeinderat habe nämlich auf Protokollebene beschlossen, dass immer mindestens drei Offerten einzuholen seien. Dies werde auch durch die Spezialkommission für den Hallenbau so gehandhabt.

Sonntag, 22. April 2012

Fliegender Wechsel auf der Brücke

Ins altehrwürdige Gebäude des Restaurants zur Brücke am Eingang zum Aarberger Stedtli ist wieder Leben eingekehrt (Bild: Markus Nobs).
Das ging aber zügig. Zwei Tage nach der Uebernahme hat das neue Wirtepaar das Restaurants zur Brücke in Aarberg bereits wieder in Betrieb genommen.
So abrupt wie das vorherige Wirtepaar Ralph Spychiger und Esther Zwahlen anfangs April die „Brücke“ im Aarberger Stedtli verlassen hatte, so überraschend schnell haben die neuen Wirte das Steuer in die Hand genommen und stehen für ihre Gäste bereit. Mit einem Augenzwinkern zu ihren zahlreich gescheiterten Vorgängern im Restaurant am Kopf der Aarberger Holzbrücke hat das neue Wirtepaar diesen Umstand gleich zum Motto gemacht. Brigit Brüderli: „Nachdem wir gelesen haben, dass ein Fluch auf dem Restaurant liegen soll, haben wir dies absichtlich zum Thema genommen und am Freitag, den 13. um 13.13 Uhr eröffnet, schmunzelt sie. Etwas Ausgefalleneres anzubieten als normal, das sei es nämlich auch, was ihr und ihrem Mann Felix vorschwebe, so Brüderli. Daneben sei es jedoch wichtig, dass in ihrem Restaurant, welches sie „als eine Art Brasserie“ sieht, auch Traditionelles angeboten werde. „Vielleicht ein bisschen „crazy“, vielleicht auch ein bisschen traditionell“ fasst die Wirtin ihr Konzept zusammen. Brüderli: „Bei uns sollen sich die Gäste einfach wohl fühlen und gut essen können“. Bereits während der Eröffnungswoche klappte dies anscheinend: „Wir starteten am ersten Tag mit einem Menü, jeden darauffolgenden Tag kam ein weiteres Menü dazu; die Gäste haben dies eine sehr gute Idee gefunden“, erzählt Brüderli erfreut. Und tatsächlich: Ueli Siegenthaler aus Seedorf, welcher soeben mit seiner Frau und zwei weiteren Personen in der Brücke zu Abend gegessen hat, gerät ins Schwärmen: „Seit vielen Jahren habe ich nicht mehr eine solch positive Ueberraschung erlebt“.
Kleine Karte, frische Menüs
Ihnen sei es wichtig, eine eher kleinere Karte zu haben, dafür die angebotenen Speisen immer frisch zuzubereiten, so Brüderli. Sie und ihr Mann führen nebst dem Restaurant zur Brücke in Aarberg noch drei weitere Betriebe (siehe Kasten): In Mittelhäusern seit dreizehn Jahren den Landgasthof Hirschen sowie in Luterbach das überregional bekannte Golfrestaurant Wylihof. Dort hätten sie als Gast auch Ulrich Schmid, den Besitzer der Liegenschaft in Aarberg kennengelernt und seien auf diesem Weg ins Seeland gekommen. Brüderlis dritter Betrieb ist nicht minder bekannt, denn: „Seit mittlerweile 25 Jahren führen wir erfolgreich den Party-Service „Felix der fliegende Koch“, so die Unternehmerin. Mit Letzterem bewirten Brüderlis und ihr Team nicht selten Gesellschaften bis zu 200 Gästen. Sie würden aber beispielsweise auch mit dem „kleinen aber feinen“ Zirkus Harlekin zusammenarbeiten. Ausgefallen und überraschend muss es sein, damit es in das Konzept der innovativen Wirtsleute passt: „Ja, heute muss man die Leute ganz anders abholen als früher“, ist Brüderli überzeugt. „Die Gäste wollen nicht einfach nur essen, sie wollen dabei auch etwas erleben“, weiss die erfahrene Gastronomin. Gleich mehrere Betriebe zu führen, bedeute aber auch viel Arbeit. Ihr Mann Felix, mit welchem sie seit 31 Jahren verheiratet sei, stehe täglich um fünf Uhr morgens auf und besorge zuerst den Einkauf für die verschiedenen Gaststätten, bevor er dann im Golfrestaurant in Luterbach als Koch tätig sei. Sie selbst sei für die Administration und das Personalwesen zuständig. Ferien? „Die hatten wir seit 31 Jahren nicht“, lacht die Wirtin. „Wir brauchen sie aber auch nicht, weil uns die Arbeit grosse Freude bereitet“.
Ein Wirtepaar – vier Betriebe • Das Restaurant zur Brücke in Aarberg hat täglich ab 10.30 Uhr geöffnet. • Das Wirtepaar führt auch das Golfrestaurant Wylihof in Luterbach sowie den Landgasthof Hirschen in Mittelhäusern. Daneben gehört ihnen der Party-Service „Felix der fliegende Koch“. • Insgesamt beschäftigen Brüderlis in ihren vier Betrieben rund 20 Mitarbeitende.

Pizza aus dem Bauch des Drachen

Hier lässt es sich auch im Winter gut sitzen: Silvia und Jörg Meyer auf der beheizten Sitzbank des Pizza-Drachens (Bild: Markus Nobs).
Das Künstlerpaar Silvia und Jörg Meyer aus Jens haben soeben ihr neuestes Werk fertiggestellt. Einen Drachen, der auch ein Pizza-Ofen ist.
Bereits im letzten Jahr, als das Bieler Tagblatt im Zuge der Garten-Serie bei Meyers zu Gast war, habe er an seinem neuesten Werk „gehirnt“, wie Jörg Meyer selber sagt. Nun steht es vor ihm. Dem Betrachter erscheint das Kunstwerk auf den ersten Blick wie ein Objekt aus Gaudis Park Güell in Barcelona oder als Plastik von Niki de Saint Phalle. Und dennoch ist es anders. Während Gaudi es vorzog, Keramikplatten zu zerschlagen und diese als Mosaik wieder zusammen zu kleben, wählte Meyer den viel aufwändigeren Weg. Er erstellte einen grossen Plan, welcher einem Strickmuster ähnlich sieht. Darauf hat er jedes kleine Tonplättchen in der Grösse von rund 20 auf 20 Zentimeter einzeln nummeriert und ihm die jeweilige Farbe zugeteilt. Nachdem die Tonstücke im Ofen bei 1260 Grad Celsius gebrannt waren, ging es darum, diese am richtigen Platz einzusetzen und sie so zu einem grossen Werk zusammen zu fügen.
Ofen mit beheizter Sitzbank
An einem eher kälteren Tag wie heute wäre es nicht zum Draussensitzen. Doch auch für dieses Problem hat sich der Künstler etwas einfallen lassen: Wer möchte, kann den Häppchen aus dem Ofen beim Backen zusehen und muss dabei nicht einmal frieren. „Auf die Idee mit der beheizten Sitzbank kam ich im schwedischen Uppsala“, schildert Meyer. Dort sei er an einem eiskalten Tag auf einer Bank am Fluss gesessen und habe erfreut feststellen dürfen, „einen warmen Hintern“ zu haben, fügt er lachend hinzu. Doch etwas beobachtet fühlt man sich schon, wenn man in die Nähe des Kunstwerks kommt. Sei es der grosse, blaue Fantasiekopf im Hintergrund oder ein kleiner Kobold, der in einer Nische am Boden weilt: Silvia Meyer hat diese geformt und dafür gesorgt, dass sie einen nicht aus den Augen lassen. Der einzigartige Ofen ist zwar dem Künstlerpaar Meyers neuester Wurf, aber bei weitem nicht der einzige. Sowohl im Haus, als auch im Garten verteilt, entdeckt man allerorts Kunstwerke der beiden Jenser. Im Keller befindet sich gar eine Ausstellung, welche nur Personen über 18 Jahren zugänglich ist. So zum Beispiel der Stuhl, welcher eigentlich den Abguss einer halbnackten Frau darstellt.
Vernissage im Mai
Ab 18. Mai 2012 ist die Atelier-Galerie Meyer in Jens jeweils am Donnerstag und Freitag von 17 - 20 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 15 – 20 Uhr öffentlich zugänglich. Finissage ist am 9. Juni 2012. Infos: www.jensart.ch. Am 30. Mai 2012 findet ein spezieller Anlass zum Thema „Kunst mit allen Sinnen geniessen“ statt (Anmeldung erforderlich unter silviart@gmx.net).

Dienstag, 17. April 2012

Im Internet ist bereits Wahlkampf


Im Herbst wird sich zeigen, ob im Aarberger Gemeinderat in Bezug auf die Parteisitze ein grösserer Umbau bevorsteht.

Die Gemeindewahlen in Aarberg von kommendem Herbst werfen ihre Schatten voraus. In Internet-Blogs fahren die Parteien einander bereits zünftig an den Karren.
Der derzeit im Internet vorbereitete Wahlkampf für den FDP-Kandidaten Walter Giezendanner scheint Familiensache zu sein: Nachdem Liselotte Stalder, die Ehefrau des heute amtierenden Gemeindepräsidenten auf das Wahljahr hin als FDP-Parteipräsidentin das Ruder übernommen hat, ist es nun ihr Sohn Bastian Stalder, welcher auf der Wahlkampf-Homepage von Walter Giezendanner der SP die Leviten liest.

Der SVP wiederum erteilt er in seinem eigenen Blog gleich noch eine „Geschichtslektion“ und schliesst diese mit den Worten: „Dass ausgerechnet die SVP, welche keine Gelegenheit auslässt, ein Loblied auf die direkte Demokratie anzustimmen, es einer kleinen politischen Elite überlassen will zu bestimmen, wer die nächsten acht Jahre der Gemeindeversammlung vorsteht, zeigt die wahre, von Machtgier geprägte Kultur dieser Volkspartei“, so Stalder.

Provoziert wurde diese Aussage scheinbar durch die Verlautbarung von SVP-Präsidentin Petra Wyss, wonach ihre Partei nach 16-jährigem „Verzicht“ aufs Präsidium nun wieder an der Reihe sei. „Von Verzicht kann keine Rede sein“, kontert Stalder in seinem Blog. Vielmehr sei die SVP mit ihrem damaligen Kandidaten Ulrich Peter im zweiten Wahlgang unterlegen. Das sei es, was die SVP noch immer „wurme“, stellt Stalder fest.

Neu mischt auch die SP mit
In der Tat: Währenddem sich die beiden bürgerlichen Parteien FDP und SVP in der Vergangenheit nach jeweils acht Jahren Präsidium abwechslungsweise den Vorsitz überliessen und keinen Gegenkandidaten aufstellten, beschloss die FDP nach der Präsidialzeit von Hans-Rudolf Zosso, dessen Sitz halten zu wollen. Sie nominierte Arnold Stalder und prompt wurde dieser zum Gemeindepräsidenten gewählt. Interessant ist, dass die Aarberger SP damals den FDP-Kandidaten unterstützte. Sowohl stimmenmässig, als auch mit einer Wahlempfehlung. Diese Unterstützung wird dem FDP-Kandidaten Giezendanner für den diesjährigen Wahlkampf fehlen. Die SP will nun selbst mitmischen, wenn es darum geht, wer künftig dem Gemeinderat vorstehen wird.

Einerseits verfügt die SP mit Samuel Gauler über einen in der Aarberger Bevölkerung beliebten Kandidaten, andererseits fasste die Linkspartei mit ihrem Sitzgewinn bei den letzten Wahlen wohl das notwendige Selbstvertrauen, als Herausfordererin der bürgerlichen Parteien beim Kampf ums Präsidium aufzutreten. Dementsprechend fragt sich Vorstandsmitglied Chantal Hersche auf der Internet-Seite der SP Aarberg, woher sowohl SVP, als auch FDP die Ansprüche auf das Präsidium oder zusätzliche Sitzgewinne nehmen würden? Denn „ein Blick zurück“ auf die letzten Gemeinderatswahlen würde aufzeigen, dass der FDP „nur der Bronzeplatz vergönnt“ war. Dies lässt Bastian Stalder abermals nicht gelten, denn bei der Majorzwahl ums Gemeindepräsidium gehe es vor allem um die Person und weniger um die Parteistimmen.

Ob diese verbalen Attacken im Vorfeld der Wahlen den jeweiligen Kandidaten eher nützen oder schaden, wird sich zeigen. Tatsache ist, dass die Aarbergerinnen und Aarberger mit drei Kandidaten (vgl. Kasten) sich nicht über eine echte Auswahl werden beklagen können.


Spannende Wahl steht bevor

Drei Kandidaten wollen im Herbst zu Aarbergs neuem Gemeindepräsidenten gewählt werden: Fritz Affolter (SVP), Samuel Gauler (SP) und Walter Giezendanner (FDP).

Der Gemeindepräsident wird im Majorz-Verfahren gewählt.

Das Reglement in Aarberg sieht jedoch vor, dass wer Gemeindepräsident werden will, zugleich (im Zuge der Proporzwahl) auch in den Gemeinderat gewählt werden muss.


Artikel aus dem Bieler Tagblatt vom 17.04.2012

Mittwoch, 4. April 2012

Abrupter Abgang auf der "Brücke"

Das Restaurant zur Brücke hat per sofort geschlossen (Bild: Markus Nobs).

Es war ein kurzes Gastspiel, das die Pächter des Restaurants "Zur Brücke" geboten hatten. Seit heute hängt neben dem Eingang zur Gaststube ein Infoblatt, wonach das Restaurant "bis auf weiteres geschlossen" bleibe.

Die Firma Schmid + Partner aus Bern, welche die Liegenschaft verwaltet, habe "auch heute erst erfahren", dass dort ein solches Blatt hänge. Dieser Aussage zufolge handelt es sich wohl um einen abrupten oder zumindest nicht im guten Einvernehmen erfolgten Abgang von Esther Zwahlen und Ralph Spychiger. Gemäss der Verwalterfirma seien jedoch bereits Nachfolger für das Restaurant vorhanden.

Auf der "Brücke" scheint ein Fluch zu liegen. Mehreren Pächtern war es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, rentabel zu wirten (siehe Artikel auf Aarberger.ch vom 24. August 2011). Bei der Eröffnung im August letzten Jahres war das jetzige Pächterpaar noch voller Optimismus: Die "Brücke" sollte sowohl als Treffpunkt für Einheimische und als bekanntes Speiserestaurant mit Erlebnisgastronomie "bald wieder in aller Munde" sein.

Dieses Konzept hat nun offenbar nicht gegriffen. Auf das nächste Kapitel der "Brücken"-Geschichte kann man gespannt sein.

Aarberger.ch

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Samstag, 31. März 2012

Frühling in Aarberg





Wer derzeit durch den Zelgli-Wald spaziert, wird eingehüllt in einen unverkennbaren Bärlauch-Duft. Wie ein grüner Teppich hat sich das Frühlingsgewächs über den Waldboden gelegt. Es ist wohl kein Zufall, dass dieser Waldweg zwischen Aarberg und Kappelen den Namen "Paradiesweg" trägt.

Gleich hinter dem Stedtli, unweit des Chäfigturms, blühen die Magnolien in ihrer schönsten Pracht.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Frühling (Bilder: Franziska Nobs-Schumacher)

Aarberger.ch

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Samstag, 24. März 2012

Jetzt ist auch "Sämi" offiziell nominiert


Die Aarberger SP hat an ihrer Hauptversammlung von gestern Abend wie erwartet Samuel Gauler als Kandidaten für das Gemeindepräsidium nominiert.

"Sämi" Gauler steht als Gemeinderat seit 2009 dem Ressort Sicherheit vor. Zusammen mit Fritz Affolter (SVP) gilt er als Favorit bei der Nachfolge des heutigen Gemeindepräsidenten Arnold Stalder (FDP), welcher aufgrund der Amtszeitbeschränkung im Herbst nicht mehr zur Wahl stehen wird.

Der pensionierte Gauler ist gelernter Feinmechaniker und ehemaliger Gewerkschaftssekretär.

Aarberger.ch

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Sonntag, 18. März 2012

Nationalrätin Pieren war in Aarberg zu Gast




Gestern Abend führte das oberste Organ des Polizeiverbands Bern-Gemeinden seine Hauptversammlung in Aarberg durch. Als Gast konnte die 32-jährige Nationalrätin Nadja Pieren (SVP) begrüsst werden, welche der Versammlung Einblick in ihr erstes halbe Jahr in Bundesbern gewährte.



"Die eigentliche politische Arbeit geschieht bereits in den Kommissionen", hielt Pieren fest. Jeweils zwischen 27 und 30 Parlamentarierinnen und Parlamentarier würden in einer Kommission Einsitz haben. Dort werde diskutiert und oft kämen auch Kompromisse zustande. Die Beratungen in den Kommissionen seien geheim. Ziel bei diesen Diskussionen sei immer der Konsens.

Die Wiedereinführung der kurzen Freiheitsstrafen, Via Sicura oder die kürzlich wieder aufgeflammte Jura-Diskussion waren weitere Gesprächsthemen aus der Versammlung in Aarberg.

Aarberger.ch

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Donnerstag, 23. Februar 2012

Die Aarberger SP ist erstaunt

Wer hier im Gemeindehaus ab 2013 ein- und ausgehen wird, liegt noch im Versteckten (Bild: Markus Nobs).

In ihrem aktuellen Blog-Eintrag zeigt die Aarberger SP ihre Zähne.

Währenddem die bürgerlichen Parteien FDP und SVP bereits öffentlich kund taten, ab 2013 den Sitz des Gemeindepräsidenten besetzen zu wollen, vernahm man seitens der SP durch die Print-Medien bisher folgende Aussage: Samuel Gauler würde nicht Nein zu einer Kandidatur sagen. Und: Am 23. März 2012 wird die Links-Partei ihre Hauptversammlung abhalten und dort einen Kandidaten nominieren.

Soeben tritt die SP mit einem interessanten Eintrag auf deren Hoempage an die Oeffentlichkeit. Inhalt:

"Draussen herrschen noch eisige Temperaturen und doch ist bereits ein laues Lüftlein zu spüren, welches den heissen Wahlherbst ankündigt. Aktuellen Artikeln sind die erstaunlichsten Wahlziele zu entnehmen. So spricht die SVP von vier Sitzen im Gemeinderat. Woher dieser Anspruch? Die Resultate der letzten Gemeinderatswahlen lassen eine hohe Vertretung im Gemeinderat vermuten. Doch niemand spricht von einer Übervertretung. Die vergangenen nationalen Wahlen zeigen auch eher eine Tendenz nach unten..", so Chantal Hersche im Blog der Aarberger SP.

"Interessant" sei auch, dass wohl die Stunden der stillen Wahl des Gemeindepräsidiums gezählt seien; würden doch beide Parteien (SVP, FDP), welche nach eigener Ansicht alleinigen Anspruch aufs Präsidium hätten, einen Kandidaten stellen, so Hersche weiter.

"Woher dieser Anspruch?", fragt sie im Blog. Denn ein Blick zurück auf die Resultate der letzten Gemeinderatswahlen verrate, dass nicht die FDP an zweiter Stelle der wählerstärksten Parteien stand, sondern die SP. "Als zweitstärkste Partei" habe die SP "wohl genau dieselben Ansprüche aufs Präsidium", hält Hersche fest.

Vor vier Jahren Freunde - jetzt Konkurrenten
Pikant an der ganzen Sache ist, dass bei den letzten Wahlen die SP die Liberalen im Kampf um das Gemeindepräsidium unterstützte. Sprich, die SP hatte sich für Arnold Stalder stark gemacht. In diesem Herbst wird es so sein, dass - wie man auch an obiger Aussage der SP jetzt klar erkennen kann - SP und FDP einander Stimmen abjagen werden... Dies könnte selbstverständlich nur im Sinne der SVP sein.

Spannend wird es allemal. Bekannt ist ebenfalls, dass die BDP mit einer Liste zu den Wahlen antreten, jedoch als "neue Kraft" nicht ums Gemeindepräsidium kämpfen wird. Sollte jedoch die BDP einen der drei Präsidiums-Kandidaten öffentlich unterstützen oder allenfalls eine Listenverbindung eingehen, könnte sie durchaus das Zünglein an der Waage spielen.

Markus Nobs
Aarberger.ch

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Donnerstag, 16. Februar 2012

Auch Giezendanner will Präsident werden

Gleich mehrere Kandidaten wollen ab 2013 die Sitzungen des Aarberger Gemeinderats, welche hier im Rathaus stattfinden, leiten (Bild: Markus Nobs).

Nach der Ankündigung der SVP schickt auch die FDP einen Kandidaten ins Rennen.

Das Amt des Gemeindepräsidenten von Aarberg scheint begehrt zu sein. Währenddem die SVP an ihrer bevorstehenden Hauptversammlung wie erwartet einen Kandidaten nominieren wird (Aarberger.ch berichtete) und die SP dies ebenfalls angekündigt hat, will auch die FDP das Präsidium nicht kampflos den anderen Parteien überlassen.

Wie die FDP Aarberg mitteilt, haben ihre Mitglieder im Rahmen einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung von gestern Abend den bisherigen Gemeinderat Walter Giezendanner (Ressort Bildung) portiert.

Als politischen Leistungsnachweis Giezendanners listet die FDP folgende Projekte auf:

- Reorganisation des Schulverbandes der Sekundarschule Region Aarberg
- Umzug und erfolgreicher Betrieb der Bibliothek am neuen Standort im UBS-Gebäude
- Einführung der Tagesschule an den Schulen von Aarberg
- Jugendraum Aarberg und die Gründung des Vereins Jugendraum

Unter anderem sein "immenser Leistungsnachweis" und "seine politische Erfahrung auf kommunaler Ebene" würden Giezendanner dazu befähigen, Aarberg als Gemeindepräsident in die Zukunft zu führen, teilt die FDP mit.

Aarberger.ch

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Montag, 13. Februar 2012

SVP will das Gemeindepräsidium

Noch hat die Kälte das Stedtli fest im Griff. Im Hinblick auf die Wahlen im kommenden Herbst wird es hier wohl aber heiss zu und her gehen (Bild: Markus Nobs).

An ihrer Hauptversammlung vom 23. Februar 2012 wird die SVP Aarberg einen Kandidaten fürs Gemeindepräsidium portieren.

Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um Fritz Affolter handeln wird. Und: Die Kandidatur scheint Erfolg versprechend zu sein. Affolter ist der amtierende Vize-Gemeindepräsident und hat mit der Zonenplanänderung zu Gunsten eines Einkaufszentrums auf dem Areal der alten Ziegelei in Aarberg im vergangenen Jahr vor dem Aarberger Souverän ein wichtiges Geschäft gewinnen können. Affolter ist Sekundarlehrer in Lyss. Nebst seiner Tätigkeit als langjähriger Fussball-Schiedsrichter fliegt er hin- und wieder auch über das Aarberger Städtchen: Als Privatpilot.

Ob die anderen Parteien überhaupt ums Präsidium kämpfen oder der SVP den Chefposten überlassen werden, ist noch nicht bekannt. Der heutige Gemeindepräsident Arnold Stalder wird sein Amt Ende Jahr wegen Amtszeitbeschränkung abgeben. Ein aussichtsreicher Nachfolger oder eine Nachfolgerin ist bei der FDP bislang nicht in Sicht.

Sozialdemokraten mit Gauler?
Die SP könnte allenfalls mit dem bisherigen Gemeinderat Samuel Gauler ins Rennen steigen. Seinen grössten Erfolg feierte er mit der Volksabstimmung zum Bau einer Halle mit Mehrzwecknutzung. Als Favorit wäre Fritz Affolter jedoch unbestritten. Einzig eine Listenverbindung zwischen FDP und SP könnte die Ausgangslage nochmals aus einer neuen Sicht erscheinen lassen.

Die SVP im Uebrigen könnte im Hinblick auf die Wahlen im Herbst allenfalls mit der Kleinpartei EDU eine solche Verbindung eingehen. Haben die beiden Parteien doch bei der Abstimmung an der letzten Aarberger Gemeindeversammlung erreicht, dass in Aarberg nach wie vor sieben statt fünf Gemeinderäte regieren werden.

Die BDP wird diesen Herbst zum ersten Mal zu den Wahlen antreten. Allenfalls könnte die "Neue Kraft" mit einem Ueberraschungskandidaten oder einer -kandidatin fürs Präsidium oder durch eine Listenverbindung mit einer anderen Partei für Furore sorgen. Für Spannung im Wahljahr ist auf jeden Fall gesorgt.

Aarberger.ch

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Samstag, 7. Januar 2012

Aarberger Kino steht zum Verkauf

Das Kino Royal in Aarberg: Droht ihm das baldige aus? (Foto: zvg)

Während drinnen im Kino die letzten Minuten des "Verdingbub" laufen, fällt wohl bald der letzte Vorhang für das geschichtsträchtige Aarberger Kino Royal. Die Liegenschaft steht zum Verkauf.

Interessierte müssten für das Wohn- und Geschäftsgebäude an der Murtenstrasse 890'000 Franken aufbringen. Unklar ist derzeit, was nach einem Besitzerwechsel mit dem 130-plätzigen Kino und dem Coiffeursalon im Erdgeschoss geschehen würde. Das Haus wurde im Jahre 1954 erbaut und vor sechs Jahren renoviert.

Bereits im April dieses Jahres berichtete das Schweizer Fernsehen über das drohende Aus für Klein-Kinos in der Schweiz. Der Grund: Die Digitalisierung in der Filmwelt. Immer mehr Filme kommen mit höherer Auflösung, schärferen Bildern und 3-D-Animationen in die Kinos. Um diese Streifen vorführen zu können, müssten die Kino-Betreiber für teures Geld neue Projektoren beschaffen. "Für viele Klein-Kinos bedeutet dies das Aus", so das Schweizer Fernsehen in seiner damaligen Reportage.

Darin zitiert wurde auch der Besitzer des Aarberger Kinos, Walter Loosli. Ohne Fremde Hilfe könne er sein Kino nicht digitalisieren, hiess es damals. Ein moderner, digitaler Projektor koste zwischen 100'000 und 150'000 Franken. Diese Summe entspreche etwa dem Jahresumsatz eines durchschnittlichen Schweizer Kinos, so die Aussage im damaligen Bericht.

Besonders schwierig sei die neue Situation für kleine Kinos wie diejenigen in Aarberg oder Burgdorf, welche vor allem "Mainistream-Filme" zeigen würden. Diese Kinos stehen im Schatten der grossen Kinoketten der nahe gelegenen Bundeshauptstadt. In der Tat: Das Westside ist 20 Fahrminuten entfernt und hat mit seinen topmodern eingerichteten Kinos der Pathé-Kette immer die neuesten Filme im Angebot - und das in neuester Qualität versteht sich.

Noch im April dieses Jahres äusserte sich der Aarberger Kino-Besitzer Walter Loosli gegenüber dem Schweizer Fernsehen wie folgt: «Wenn wir bis in anderthalb Jahren nicht umrüsten können, gibt es eine böse Zeit».

Nun scheint der Film "Die böse Zeit" bereits anzulaufen. Schade für Aarberg: Ein Happy-End ist nicht in Sicht.

Markus Nobs
Aarberger.ch


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Samstag, 31. Dezember 2011

Alles Gute im neuen Jahr

Zelgli-Wald in Aarberg
Der Aarberger Sonntag wünscht Ihnen alles Gute für 2012. Wir freuen uns, wenn Sie auch in diesem Jahr zu unseren Leserinnen und Lesern gehören.

Herzliche Grüsse

Markus Nobs
Redaktor

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Dienstag, 20. Dezember 2011

Stedtli Aarberg in Blauton




Die gesamte Foto-Serie finden Sie unter www.facebook.com/aarberger.

Wir wünschen Ihnen schöne Weihnachtstage

Aarberger Sonntag
Markus Nobs

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Samstag, 17. Dezember 2011

Hier lauert die Gefahr

Sonderangebote in Ehren. Doch hinter diesem Schild befindet sich ein Fussgängerstreifen... (Bild: Markus Nobs).
Werbeschilder - oder so genannte "Kundenstopper" - sind nicht nur bewilligungspflichtig und das Aufstellen auf öffentlichem Boden damit nicht erlaubt. Sie gefährden in hohem Mass auch die Verkehrssicherheit, weil sie die Sicht stark beeinträchtigen können.

Das Mercato in Aarberg hat gut reagiert. Auf den Hinweis, dass mit dem Aufstellen dieses Schildes Fussgängerinnen und Fussgänger (aufgrund ihrer Körpergrösse insbesondere Kinder) beim Ueberqueren des Zebrastreifens gefährdet sind, wurde das Schild sofort vom unglücklichen Standort entfernt.

So positiv reagieren längst nicht alle. Verständlicherweise will man seine Ware anpreisen und ist auf Umsatz angewiesen. Sobald jedoch die Sicherheit gefährdet ist, sollte es aber selbstvertändlich keine Kompromisse geben. Benachteiligt sind oft auch geh- oder sehbehinderte Personen, welche auf solche "Kundenstopper" im Fussgängerbereich treffen, diese zu spät erkennen oder sie nur mit Mühe umgehen können.

Beim abgebildeten Fussgängerstreifen auf der Rössli-Kreuzung (Kantonsstrasse) besteht noch ein weiteres Problem: Die Beleuchtung des Uebergangs ist mangelhaft. Dies in Zeiten, wo der dortige Baum "im Laub" ist. Durch das dichte Laubwerk wird ein grosser Teil des Lichtkegels verdeckt und die an dieser Stelle wartenden Fussgängerinnen und Fussgänger stehen schlichtweg im Schatten.

Kennen Sie weitere mangelhafte Beispiele in Bezug auf die Verkehrssicherheit in Aarberg? Schreiben Sie uns ein Mail (aarberger@facebook.com). Gerne werden wir diese Situatonen den entsprechenden Stellen (Gemeinde, Kanton, Private) mit einem Hinweis auf die nicht optimalen oder gefährdenden Situationen zukommen lassen.

Redaktion Aarberger.ch

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Samstag, 10. Dezember 2011

Neue Foto-Serie über das Stedtli Aarberg







Besuchen Sie uns auf Facebook. Sie finden dort das Album mit der gesamten Foto-Serie (91 Bilder in "Sepia") über das Städtchen Aarberg (aufgenommen durch Markus Nobs im Dezember 2011).

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Betrachten.
Redaktion "Aarberger Sonntag"

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Freitag, 9. Dezember 2011

Ein Stammtisch will die Welt retten

Andreas Muhmenthaler am Cello und Sänger Toni Kunz (Vater von Fernsehfrau Susanne Kunz) präsentierten den Erstlings-Roman im Welt- und Buchladen Aarberg (Bild: Markus Nobs).

Der Lehrer und Musiker Andreas Muhmenthaler hat soeben eine Hommage an Aarberg veröffentlicht. Darin findet sich auch eine gehörige Portion Gesellschaftskritik.

Es scheint, dass auch die Seeländerinnen und Seeländer ihren Franz Hohler gefunden haben. Sowohl im Auftritt mit Cello, als auch in Bezug auf den Inhalt seiner Texte, welche zum Nachdenken anregen und in weiten Teilen keineswegs mit Kritik an der heutigen Lebensweise unserer Gesellschaft sparen. Am Donnerstagabend fand im Aarberger Welt- und Buchladen die Vernissage statt. Wer das Buch bis zu Ende liest, fühlt sich von der Vielzahl gutmenschlicher Aussagen, welche sich im Werk wiederfinden, fast ein wenig missioniert.

Mitfühlender Stammtisch
Eines gleich vorneweg: Die Hauptrolle spielt nicht etwa eine Person, sondern vielmehr ein Stück Mobiliar. Es ist der Stammtisch des Hotels Krone. Bevor dieser jedoch zum Stammtisch wurde, befand er sich als Teil einer uralten Eiche auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Grafenstädtchens und konnte bereits dort alles wahrnehmen, was in seiner Umgebung abging. Der Roman wechselt abermals aus der Zeit des alten Aarbergs hinein ins Stedtli-Leben von heute. Und auch in seiner Eigenschaft als Stammtisch hat das Stück Eiche seine ausgeprägten Fähigkeiten, denken, hören und sogar fühlen zu können, mitnichten eingebüsst. Wie so oft im Leben geht es auch in Muhmenthalers Geschichte um eine Liebesbeziehung, welche nicht sein durfte. Die wohlbehütete Tochter eines gut situierten und einflussreichen Aarberger Burgers verliebte sich zu Kriegszeiten in einen polnischen Internierten. Diese Romanze nimmt schliesslich - wie erwartet in unmittelbarer Nähe der stämmigen Eiche - einen dramatischen Verlauf.

Zwischenmenschliche Eiszeit
Bei ihren Sprüngen ins Aarberg von heute setzt die Geschichte ihren eingeschlagenen Weg unbeirrt fort: Sie will die Welt verbessern. Erstlings-Autor Muhmenthaler streitet nicht ab, dass es seine Ueberzeugungen und seine Haltung sind, welche durch den Stammtisch oder die verschiedene Rollen, die in der Geschichte vorkommen, zu den Leserinnen und Lesern sprechen. Im Gegenteil: „Derzeit bin ich daran, ein Musical zu schreiben“, welches im Herbst nächsten Jahres im Aarberger „Ringmuur“-Keller uraufgeführt werden soll und den zunehmenden „Zerfall der Familien“ zum Inhalt habe, so der Autor. Zusammen mit seinem Freund und Sänger Toni Kunz führte Muhmenthaler die anwesenden Gäste auch an der Buchpremiere durch seine Empfindungswelt, welche mit der heutigen Konsumgesellschaft und der „drohenden zwischenmenschlichen Eiszeit“ hart ins Gericht ging.

Markus Nobs

Tipp: Das Buch kann im Welt- und Buchladen im Stedtli Aarberg gekauft werden.

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Donnerstag, 24. November 2011

Es bleibt bei sieben Gemeinderäten

Im Aarberger Gemeindehaus werden auch ab kommender Legislatur sieben Gemeinderäte regieren (Bild: Markus Nobs).
Der Gemeinderat von Aarberg hat mit seinem Bestreben, die Anzahl Ratssitze von sieben auf fünf zu reduzieren, Schiffbruch erlitten.

Mehrere Redner aus der Gemeindeversammlung befürchteten bei einem Fünfer-Gremium eine zu hohe Arbeitsbelastung für die einzelnen Ratsmitglieder. Unter anderem die SVP und die EDU sprachen sich bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung vehement gegen eine Reduktion aus. Nebst der Zusatzbelastung warnte man insbesondere seitens der SVP auch vor höheren Kosten, welche auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen würden. Und: „Wenn wir derzeit dreissig Leute als Vertreter der Bevölkerung in den Kommissionen haben, wären es bei einer Reduktion auf fünf Ressorts gerade noch deren 12 Personen“, gab Petra Wyss, Präsidentin der SVP zu bedenken.

Mehrere Nachredner folgten ihr, so unter anderem Hans Sauser: Die Gemeinderäte müssten bereits in ihrem angestammten Beruf viel leisten, führte er ins Feld. „Dann kommt noch die Arbeit im Gemeinderat dazu“ und das würde dazu führen, dass die Mitglieder in einem fünfköpfigen Gemeinderat erst recht „im oberen Bereich drehen“ würden, so Sauser. SVP-Präsidentin Wyss mahnte auch, dass es schade wäre, wenn sich das Feld möglicher Kandidaten für den Gemeinderat künftig „nur noch auf Pensionierte“ oder auf Personen, welche Teilzeit arbeiten, beschränken würde.

Neues Wirtschafts-Ressort
Obwohl der Gemeinderat in seiner Botschaft die Vorteile einer Ratsreduktion ausführlich darlegte und die Parteien FDP und SP mit unterstützenden Voten für mehr Effizienz und eine klarere Trennung zwischen operativer und strategischer Ebene die Aarberger Regierung stützte, lehnte der Souverän den Antrag mit 79 zu 48 Stimmen deutlich ab. Angenommen hingegen wurden nebst den Aenderungen im Personalreglement indes auch die Teilrevision des Organisationsreglements: In Aarberg wird es ab kommender Legislatur demnach neu das Ressort „Wirtschaft“ geben. Ihm werden unter anderem die Aufgaben Tourismus, Volkswirtschaft, der öffentliche Verkehr oder die Umwelt angehören. Die Neuschaffung dieses Ressorts wurde notwendig, weil durch die Verselbständigung der Energie und Wasser Aarberg (EWA) ein Ressort wegfiel. Dessen Ressortvorsteher Ruedi Krähenbühl (SP) wird bis Ende der laufenden Legislatur im Dezember 2012 ohne Dossier bleiben.

Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 25.11.2011

Samstag, 19. November 2011

Die SP kritisiert das Schneckentempo

Für einmal stehen in Aarberg die Tempo-Zonen im Mittelpunkt (Bild: Markus Nobs).
Die SP Aarberg wirft dem Gemeinderat vor, Tempo 30 nicht rasch genug einzuführen. Damit greift sie indirekt auch die eigenen Gemeinderäten an.

„Es ist schon fast beschämend zu sehen, dass fast jede noch so kleine Gemeinde im Seeland Massnahmen zur Verkehrssicherheit eingerichtet hat“. Und: In Aarberg sei hingegen „bis anhin nichts passiert“, so SP-Präsidentin Myriam Lanz im ruppigen Schreiben, welches die Partei soeben dem Gemeinderat zugestellt hat. Laut Lanz hätten bereits im Herbst 2011 die ersten verkehrstechnischen Veränderungen stattfinden sollen. „In erster Linie die Einrichtung der 30er-Zonen“ in mehreren Quartieren, hält sie fest. Auch betreffend der Stedtlidurchfahrt seien Massnahmen besprochen und versprochen worden, so die Präsidentin der Linkspartei.

Gewerbe lief sturm
Was das Stedtli betrifft, sind griffige Verkehrsmassnahmen in der Tat seit längerer Zeit hängig. Auch der Kanton hatte die Gemeinde bereits gerügt, wonach die Geschwindigkeiten in der Begegnungszone des Stedtlis nicht eingehalten würden und entsprechende Massnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion getroffen werden müssten. Durch den Gemeinderat vorgeschlagene Massnahmen, wie etwa eine Barriere in der Mitte des Stadtplatzes, welche eine Durchfahrt unterbinden sollte, wurden durch die Laden- und Restaurant-Besitzer mit grosser Opposition bekämpft (das BT berichtete). Seither wurden zwar weitere Massnahmen angekündigt, jedoch noch nichts davon umgesetzt.

Antwort in Aussicht
„Wir haben das Schreiben der SP gerade erst erhalten“, so Gemeinderat Urs Zbinden. Es sei an den Gesamtgemeinderat gerichtet und dieser werde der SP in nächster Zeit eine Antwort zukommen lassen, hält der Ressortvorsteher Tiefbau fest. Zu dieser Zeit werde dies dann auch der Oeffentlichkeit kommuniziert. Nur verständlich, dass Zbinden nicht will, dass die anfragende Partei die Antwort zuvor aus den Medien erfährt. Klar ist indes aber auch, dass in Bezug auf die Tempo-30-Zonen seitens der Gemeinde bereits mehrere Schritte in die Wege geleitet wurden. So konnten die Aarbergerinnen und Aarberger in den letzten Monaten feststellen, dass die vorgeschriebenen Baupublikationen für mehrere Tempo-30-Zonen im Amtsanzeiger ausgeschrieben worden waren. Ebenfalls wurden die Bewohner mehrerer Quartiere in Vernehmlassungen einbezogen. Pikant ist, dass im Gemeinderat auch zwei SP-Vertreter Einsitz haben. Die Frage ist nun, ob die Kommunikation innerhalb der Partei nicht zufriedenstellend läuft oder ob mit dem Gang an die Oeffentlichkeit zusätzlicher Druck aufgebaut werden soll. Fortsetzung folgt.

Zonen mit Tempo-Reduktion

• Tempo 30: Geplant sind Zonen in den Quartieren Leimern, Aarezelg, Spins, Mühlau, Blüemlismatt und Dammweg.
• Tempo 20: Eine sogenannte Begegnungszone ist im Stedtli bereits realisiert.
• Hier fehlen laut Kanton jedoch noch griffige, verkehrstechnische Massnahmen, um Tempo 20 sowie den Fussgänger-Vortritt einhalten zu können.

Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 18.11.2011

Freitag, 18. November 2011

Ratsgrösse wird zur Glaubensfrage

An der bevorstehenden Gemeindeversammlung von Aarberg entscheidet der Souverän über die künftige Grösse seiner Regierung. Die Meinungen sind geteilt (Bild: Markus Nobs).
Die Aarbergerinnen und Aarberger können sich wahrlich nicht darüber beklagen, lediglich über unwichtige Vorgänge in ihrer Gemeinde entscheiden zu können. Während noch im Frühjahr die Umnutzung des Ziegelei-Areals, auf welchem ein Einkaufszentrum entstehen soll, im Mittelpunkt stand, wird der Souverän jetzt die künftige Grösse der Aarberger Exekutive festlegen können. Und wie bereits bei der letzten Gemeindeversammlung ist absehbar, dass der Krone-Saal abermals gut besetzt sein wird. Geht es doch um eine Vorlage, welche einiges an Zündstoff enthält.

Geritztes Kollegialitätsprinzip
Zwar sprechen sich die meisten Ortsparteien dafür aus, dass künftig nur noch fünf, anstelle bisher sieben Ratsmitglieder regieren sollen. Dagegen ist einzig die SVP. Just jene Partei also, welche unlängst bei den National- und Ständeratswahlen in der Gemeinde Aarberg satte 33,28 Prozent Wähleranteile erreicht hat. Klar ist, dass sich die Verwaltung und die Ratsmehrheit für eine Reduktion aussprechen. Es ist aber der Aarberger Gemeinderat selbst, welcher durch seine Abstimmungsbotschaft das Kollegialitätsprinzip innerhalb der Regierung ritzt. „Die Argumente der ablehnenden Ratsminderheit decken sich mit jener ihrer Partei“ ist in der 40 Seiten dicken Broschüre zur bevorstehenden Gemeindeversammlung nachzulesen. Somit wird also in einem offiziellen Papier dargelegt, wer innerhalb des Gemeinderats gegen die Ratsreduktion ist: Die drei Vertreter der SVP.

Bemerkenswert ist auch, dass sich die EDU als Kleinpartei noch bei der Lancierung der Diskussion um eine Ratsreduktion eine solche durchaus vorstellen konnte. Wichtig war Präsident Kurt Affolter damals jedoch, dass auch die kleinen Parteien, welche nicht im Gemeinderat vertreten sind, Einsitz in die Kommissionen nehmen könnten. Davon will der heutige Rat laut Abstimmungsbotschaft jedoch nichts wissen. Es sollen auch künftig nur jene Parteien in den Kommissionen Einsitz nehmen können, die auch in der Regierung vertreten sind. Es ist davon auszugehen, dass die EDU sich aufgrund dieser Entwicklung der SVP anschliessen wird, wenn am kommenden Donnerstag die Hände gehoben werden.

Räte suchen Handfestes
„Die SP sieht den Vorteil einer Ratsreduktion in einer dynamischeren und effizienteren Organisation“, ist Myriam Lanz, Präsidentin der SP-Ortspartei überzeugt. Dem können sich auch FDP und BDP anschliessen. Im Vordergrund stehe auch, dass es immer schwieriger werde, Personen für die Arbeit im Gemeinderat zu finden, argumentiert Lanz. Genau hier sieht SVP-Präsidentin Petra Wyss eines der Probleme. Denn es könne durchaus auch aufgrund einer zu hohen Arbeitsbelastung schwierig werden, genügend Personen zu finden, welche sich für den Einsitz im Rat zur Wahl stellen. Zudem sei die Bevölkerung von sieben Gemeinderäten besser vertreten, als nur von fünf. Für Gemeindeschreiber Beat Soltermann ist indes klar: Sich zu lösen von operativen Aufgaben, sei für einen Gemeinderat manchmal schwer. Zudem möge es „spannender erscheinen, etwas Handfestes zu beschliessen, als im Strategischen zu schwelgen“, so Soltermann. Damit spricht er die Problematik an, dass Gemeinderäte „teilweise gewollt, teilweise ungewollt“ ins operative Geschäft eingreifen, welches eigentlich in der Kompetenz der Verwaltung liegt.

Weitere Traktanden

Nebst der Ratsreduktion geht es am Donnerstag unter anderem um folgende Geschäfte:

• Reglement über die Urnenwahlen- und Abstimmungen.
• Kreditantrag Sanierung Nidaustrasse (0,45 Mio.).
• Beschluss über den Beitritt zur Regio-Feuerwehr.
• Voranschlag 2012: der Gemeinderat hat aufgrund FILAG in eigener Kompetenz die Steuern erhöht.

Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 17.11.2011

Samstag, 12. November 2011

FDP mit neuem Präsidium in den Wahlkampf

Die FDP Aarberg besetzt mit Arnold Stalder derzeit das Gemeindepräsidium sowie einen weiteren Gemeinderatssitz (Bild: Markus Nobs).

Die FDP Aarberg hat an ihrer gestrigen Mitgliederversammlung die Frau des jetzigen Gemeindepräsidenten zu ihrer neuen Chefin gewählt.

Liselotte Stalder übernimmt das Amt von Christoph Eigenmann und "werde die FDP Aarberg in den Wahlkampf führen", wie die Partei mitteilt. Im Herbst 2012 finden in Aarberg Gemeinderats-Wahlen für die Legislatur ab 2013 statt.

Die FDP hat noch drei weitere Kräfte ins Boot geholt: Als Vizepräsident wird Christian Brenzikofer amten. Der Chef Personal der Kantonspolizei Bern war früher bereits selbst Präsident der FDP Aarberg. Als Kassierin konnte Franziska Jaccottet sowie als Beisitzer Martin Käser verpflichtet werden.

Samstag, 5. November 2011

Mildes Herbstwetter am Zibelemärit - Impressionen






Bilder: Markus Nobs

Sonntag, 30. Oktober 2011

BDP will in den Gemeinderat

Gäste an der Hauptversammlung von Ende Oktober in der Krone: Die BDP-Grossräte Monique Unterrassner, Ueli Spring und Jan Gnägi (Bild: Markus Nobs).

Für die Wahlen im kommenden Jahr hat die BDP Aarberg und Umgebung ein klares Ziel. Sie will einen Sitz im Gemeinderat holen.

Für die laufende Legislatur hatte die BDP in Aarberg noch nicht antreten können; weil es sie bei den letzten Wahlen noch gar nicht gab. Nach mittlerweile dreijähriger Aktivität, unter anderem mit der Mitwirkung zur Ortsplanung, ist für Parteisekretär Dominik Herren klar: "Einen Sitz im Gemeinderat wollen wir gewinnen". So einfach diese Aussage klingt, so brisant ist sie. Bringt die BDP damit doch unmissverständlich zum Ausdruck, dass sich die bisherigen Parteien auf eine weitere Konkurrentin im Rennen um die Plätze in der Exekutive einstellen müssen.

Gute Ausgangslage
Das Vorhaben der "Neuen Kraft", wie sich die BDP auch nennt, könnte durchaus gelingen: Hat die Partei bei den vergangenen Grossrats-Wahlen im Kanton Bern doch über 16 Prozent an Stimmen geholt. In Aarberg waren es gar deren 20,2 Prozent. Das Erreichen dieser 20-Prozent-Marke ist es auch, welche bei einem fünfköpfigen Gemeinderat für den Gewinn eines Sitzes notwendig wäre. Der Aarberger Souverän wird ja bekanntlich an der kommenden Gemeindeversammlung darüber abstimmen, ob in Aarberg nur noch fünf statt bisher sieben Gemeinderäte regieren werden.

Kandidaten gesucht
Pro Gemeinderatssitz hat eine Partei zusätzlich Anrecht auf jeweils einen Sitz in den entsprechenden Kommissionen. Personen also, die zuerst gefunden werden müssen. Die Suche danach sei indes bereits angelaufen, wie Parteipräsidentin Vreni Jenni-Schmid bekannt gibt. Auch im Vorstand der BDP Aarberg und Umgebung ist man am Erneuern. Für die zurücktretende Ursula von Bergen aus Kallnach ist soeben der knapp 18-jährige Lukas Reithmeier, ebenfalls wohnhaft in Kallnach, in den Vorstand gewählt worden. "Ich bin für das Stimmrechtsalter 16", so Reithmeier. Es sei doch schade, dass Schülerinnen und Schüler in der achten und neunten Klasse über Politik informiert würden, sie aber dann nach der obligatorischen Schulzeit zwei Jahre warten müssten, bis sie selbst abstimmen und wählen können, argumentiert Reithmeier.

Die BDP Aarberg und Umgebung in Zahlen

- Die BDP Aarberg und Umgebung umfasst die Gemeinden Aarberg, Kappelen, Kallnach, Niederried, Radelfingen, Bargen.

- Insgesamt rund 50 Mitglieder.

- 2012 will die BDP auch in Radelfingen zu den Wahlen antreten.

Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 27.10.2011

Montag, 24. Oktober 2011

Schweizer wählten nicht nur SVP

Weder nach links, noch nach rechts gekippt. Erstarkt ist bei diesen Wahlen die Mitte (Bild: Markus Nobs).

Die BDP und die Grünliberalen gehen schweizweit als Sieger hervor. Die Wahlbeteiligung lag national bei 48,6 Prozent. In Aarberg nahmen 51,78 Prozent ihr Stimmrecht wahr.

Aufteilung der 26 zu verteilenden Sitze im Kanton Bern

SVP: 29 % Wähleranteil, 8 Sitze (-2)
SP: 19,3 %, 6 Sitze (unverändert)
FDP: 8,7 %, 2 Sitze (-2)
CVP: 2,1 %, 0 Sitze (-1)
Grüne: 9,5 %, 3 Sitze (unverändert)
EVP: 4,2 %, 1 Sitz (unverändert)
EDU: 3,1 %, 0 Sitze (-1)
Grünliberale: 5,3 %, 2 Sitze (+2)
BDP: 14,9 %, 4 Sitze (+4)

So haben die Aarbergerinnen und Aarberger gewählt (Auszug)

Nationalrat

13'423 Parteistimmen für die SVP
7'183 Parteistimmen für die BDP
7'020 Parteistimmen für die SP (Frauen- und Männerliste zusammen)
3'836 Parteistimmen für die FDP
2'405 Parteistimmen für die Grünen Kanton Bern
1'909 Parteistimmen für die Grünliberalen
1'156 Parteistimmen für die EDU
1'129 Parteistimmen für die EVP

Ständerat

701 Stimmen für Werner Luginbühl, BDP
657 Stimmen für Adrian Amstutz, SVP
550 Stimmen für Hans Stöckli, SP
380 Stimmen für Alec von Graffenried, Grüne
307 Stimmen für Christian Wasserfallen, FDP

Es wird ein zweiter Wahlgang für den Ständerat notwendig.

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Freitag, 14. Oktober 2011

Die letzte Ernte auf der Kräheninsel


Dieser Platz bleibt bald leer: Die Pächter zügeln ihre Gärten ab Dezember - oder hören gleich ganz mit dem "Gärtelen" auf. Bild: Markus Nobs.

Impressionen aus einem Garten, der seine letzte Ernte hervorbringt - und bald nicht mehr sein wird.

Normalerweise sind Schrebergärten ein Ort der Ruhe und Glückseligkeit. Nicht so derjenige auf der Aarberger Kräheninsel in diesem Herbst. Bald fahren hier die Bagger auf, um den idyllischen Flecken dem Erdboden gleich zu machen. Der Grund: Die Aarbergerinnen und Aarberger haben dem Bau einer Halle mit Mehrzwecknutzung zugestimmt. Als geeignetster Standort wurde ebendieser Platz in der Aarolina auserwählt.

Die Anzeichen sind untrüglich. Einige der heutigen Parzellenbesitzer haben bereits mit dem Rückbau ihrer Gartenhäuschen begonnen. Hier liegen ein paar Holzlatten auf einer Beige, dort stehen kleine Blocksteine, welche als Wegbegrenzung dienten, aufeinander gestapelt am Rand das Pfades und warten auf ihren Abtransport.

Internierte Vögel
Auf der südlichen Seite des Gartens steht eine Bretterbude. Beim Näherkommen schaut man zuerst verwundert und vor allem suchend in die Luft, bis man feststellt, dass das Gurren der Tauben aus dem Innern des Holzstalls stammt. Mehrmals in der Woche dürfen die Vögel jedoch ihr hölzern verkleidetes Nest verlassen und - sozusagen als weissen Kontrapunkt zu den hier zahlreich vorhandenen Namensgebern der Kräheninsel - zu einem Rundflug über das angrenzende Naturschutzgebiet ansetzen.

Während vielen Jahrzehnten hat dieser Garten seinen Pächtern und deren Familien Nahrung gespendet und vor allem Freude bereitet. So auch heute, wenn mit dem Nebelband auch etwas Melancholie über den Pflanzbeeten zu schweben scheint. Neben dem Gewächstunnel mit den noch immer rot leuchtenden Tomaten und Paprikas haben zwei alte Männer wohl für eines der letzten Male ihr Cheminée angefeuert. Gewiss werden hier gerade nicht nur brennbare Materialien verfeuert, welche vollumfänglich der Luftreinhalteverordnung entsprechen würden.

Wertschätzung an die Natur
Die beiden kräftigen Nussbäume zuhinterst im Schrebergarten sind längst abgeerntet worden. Kaum eine Nuss ist noch auffindbar. Sowohl am Baum selbst, als auch am Boden. Das Beispiel zeigt, dass hier Menschen die Gärten bewirtschafteten, welche die Früchte der Natur zu schätzen wussten. Im Gegensatz dazu stehen im nahe gelegenen Einfamilienhaus-Quartier noch immer Apfel- und Birnenbäume, prallgefüllt mit ihren Früchten, die meisten davon jedoch verfault.

Dort, ganz hinten in der Ecke versucht ein violetter Strandflieder, welcher in unseren Breitengraden eigentlich gar nicht heimisch ist, vergeblich alles zum Guten zu wenden. Es ist, als wollten seine Dolden mit den kleinen, filigranen Blüten ein letztes Mal auf sich aufmerksam machen und sagen: „Auch was fremd und andersartig ist, kann durchaus erfreulich und freundlich sein“. Mazedonier, Portugiesen, Italiener und natürlich auch Schweizer, insgesamt 34 Pächter, haben auf diesem Stück Land, welches etwa der Grösse eines Fussballfeldes entspricht, etliche schöne Stunden verbracht und nicht zuletzt ihre Familien kostengünstig mit Gemüse und Früchten versorgen können.

Menschliche Züge
Ueber Streitigkeiten ist nicht viel bekannt, wenngleich einer der Männer angibt, für sein Häuschen damals eine Baubewilligung gebraucht zu haben, während dem „dieser dort drüben wie ein Zigeuner gebaut hat“ – und damit zu erkennen gibt, dass wie in der Gesellschaft, wohl auch hier gelegentlich Neid und Missgunst zu den Besuchern zählten. Ein anderer spricht davon, nur Biogemüse angebaut zu haben. Zeitgleich kommt sein Fingerzeig zu einem Nachbargrundstück, wo der dortige Pächter den Dünger gleich „sackweise“ in seine Beete eingebracht haben soll.

Die Kräheninsel in Zahlen

• Heute 40 Parzellen, welche durch Personen aus Aarberg, Bargen, Lyss und sogar Kerzers bewirtschaftet wurden.

• Eine Parzelle kostet lediglich 30 Franken Pachtzins pro Jahr.

• 18 der heute 34 Pächter zügeln ihre Gärten ab Dezember an einen neuen, von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Standort.

• Neu können nur noch in Aarberg wohnhafte Personen Pächter sein.


Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 14.10.2011

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Freitag, 7. Oktober 2011

GA-Tageskarte kostet neu 40 Franken

Wie die Einwohnergemeinde mitteilt, wird ab Dezember 2011 der Preis der SBB-Tageskarten auf 40 Franken erhöht. Grund seien Preisanpassungen der SBB. Seit diesem Jahr können die Tageskarten nur noch durch Einheimische gelöst werden. Es stehen insgesamt fünf Karten zur Verfügung, welche am Schalter der Gemeinde oder via Internet (www.aarberg.ch) gebucht werden können.

Freitag, 16. September 2011

Mit der Tour de Suisse mitten ins Herz fahren

Wird das Stedtli aus allen Nähten platzen? Die Etappenankunft der Tour de Suisse im nächsten Jahr soll auf dem Stadtplatz erfolgen (Bild: Markus Nobs).

Erste Strecken-Besichtigung in Aarberg mit Tour de Suisse-Direktor Kurt Betschart. Eine Knacknuss bietet die Zielankunft auf dem "Stedtliplatz".

Jeweils im August beginnen für Tourdirektor Kurt Betschart die Besichtigungen der Etappenorte des darauffolgenden Jahres. Nach welchen Kriterien wird entschieden, wo sich Start und Ziel befinden? Welche Faktoren müssen berücksichtigt werden?

Zosso: Sperrung kein Problem
Kurt Betschart erzählt von seinem Besuch in Aarberg und den Herausforderungen an diesem Etappenort: „Das Ziel der 3. und der Start der 4. Etappe erfolgen in Aarberg im Berner Seeland. Aarberg verfügt über einen sehr schönen Platz im historischen Ortszentrum. Normalerweise gilt dort Tempo 20, was dem Fussgänger den Vortritt gegenüber dem motorisierten Verkehr gewährt. Selbstverständlich möchten wir mit der TdS mitten ins Herz von Aarberg fahren. Aus organisatorischer Sicht bietet der Stadtplatz ausreichend Quadratmeter, um die komplette Infrastruktur der Tour aufzustellen. Zudem ist es gemäss OK-Präsident Hans Rudolf Zosso glücklicherweise kein Problem, den Stadtplatz während zwei Tagen komplett zu sperren und auch die Geschwindigkeitsbegrenzung wird für die Radprofis ausser Kraft gesetzt ...", so der Tourdirektor.

Attraktive Etappenankunft und idyllischen Start
Betschart weiter: "Ein grosses Hindernis stellt bei einer Zielankunft in einer Altstadt oftmals die Zufahrt dar. Der Stadtplatz ist nur aus zwei Richtungen zu erreichen. Aus östlicher Richtung muss man mindestens zwei 90 Grad Kurven befahren, was für eine Flachetappe mit eventuellem Massensprint zu gefährlich ist. Aus westlicher Richtung kann das Stadtzentrum über eine alte, schmale Holzbrücke mit einer Maximalhöhe von 2.95 Meter erreicht werden. Aus renntechnischer Sicht werden wir die Anfahrt nach Aarberg entweder so gestalten, dass sich das Feld in verschiedene Gruppen teilt oder dass es sich durch mehrere Kurven schlängeln muss und somit in die Länge gezogen wird. Eine weitere Knacknuss sind die nur beschränkt verfügbaren Parkplätze in der Altstadt. Da alle vorhandenen Flächen mit der Tour-Infrastruktur belegt werden, muss der Tour-Tross mit den rund 500 Fahrzeugen ausserhalb in der Industriezone oder auf befestigten Wiesen abgestellt werden. Trotz allen Herausforderungen bin ich überzeugt, dass wir zusammen mit dem lokalen Organisationskomitee eine schöne, attraktive Etappenankunft und einen idyllischen Start erleben werden", so Kurt Betschard überzeugt.

Quelle: "Tourletter" der Tour de Suisse von dieser Woche

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Montag, 12. September 2011

Ein Dutzend Panzer im Garten



Gruppenbild mit Schildkröten: Magdalena Siegenthaler und ihre Töchter Selina und Ursina. Auf dem Bild fehlt Ueli Siegenthaler (Bilder: Markus Nobs).

Ihre Widerstandsfähigkeit ist sprichwörtlich. Doch auch Schildkröten sind vor Angriffen nicht gefeit. Zu Gast bei Familie Siegenthaler in Seedorf.

Beim Chutzenturm oberhalb Ruchwil hebt ein Milan zu seinem Flug ab. Unter sich sieht er ein gelbes, langgezogenes Etwas, das sich die steile Strasse hinauf Richtung Frienisberg zwängt: Ein Postauto. Etwas zu gross und bestimmt nicht nach seinem Geschmack wäre diese Beute für den Raubvogel. Im Gegensatz dazu würde er die kleinen Schildkröten, welche er beim Ueberflug im Garten von Familie Siegenthaler aus Seedorf ausmachen kann, wohl keineswegs verschmähen. Doch abermals wird sein Raubflug jäh unterbrochen: Es ist frühmorgens, kurz vor Sieben. Selina, die 14-jährige und damit ältere Tochter des Hauses geht mit einer Handvoll Salatblätter durch den Garten, um ihre Krabbler zu füttern. Nicht selten ist sie es, welche noch bevor sie nach Aarberg in die Schule geht, die Tiere füttert. „Heute sind die Schildkröten gross genug und nicht mehr gefährdet, von einem Raubvogel gepackt zu werden“, ist Selina beruhigt. Das war nicht immer so: Als einige der Schildkröten noch klein waren, „etwa so gross wie ein Fünfliber“, mussten diese in einem Teil des Geheges mit einer Gitterabdeckung geschützt werden. Doch zu ihren Feinden zählen auch heute noch Hunde oder Füchse. So weist Schildkröte Maxi, die achtjährig ist, zwei gut sichtbare Löchlein am Bauch auf „und es fehlt ihr eine kleine Ecke des Panzers“, so Selina. Diese mittlerweile gut verheilten Verletzungen stammen den Spuren nach von einem Fuchs, der Maxi vor zwei Jahren zu den Nachbarn hinüber verschleppt hat. Selina: „Glücklicherweise konnte er dort noch rechtzeitig wiedergefunden werden“.

"Basil beisst"
Jede der dreizehn Griechischen Landschildkröten von Familie Siegenthaler trägt einen Namen und hat ihre Eigenart. Sowohl optisch, wie auch in Bezug auf ihr Verhalten: „Basil beispielsweise beisst“, weiss Ursina, die 10-jährige Tochter von Siegenthalers aus eigener Erfahrung. Besonders ansprechen würden Schildkröten auf die Farbe Rot. So eilen diese dann auch unverzüglich durch die Kiesel, um eine kleine Tomate zu vertilgen, welche gerade ins Gehege gelegt wurde. „Ebenso reagieren sie auch auf einen rot gefärbten Zehennagel“, lacht Magdalena, die Mutter von Selina und Ursina. Unter dem Currykraut versteckt sich Luna, ein weiteres Prachtsexemplar der Urtier-Familie. Die Bepflanzung im überaus grosszügig angelegten und in drei Bereiche unterteilten Schildkröten-Park, ist nicht zufällig gewählt: „Es ist wichtig, dass Schildkröten verschiedene Pflanzenarten in ihrem künstlichen Lebensraum wiederfinden“, weiss Magdalena Siegenthaler, die als Lehrerin in Jegenstorf unterrichtet. Nebst weiteren Kräuterarten wie Thymian oder Rosmarin ist auch Lavendel vorhanden. „Dieser ölt den Tieren beim Hindurchkriechen den Panzer und dient dadurch gleichsam der Pflege", ergänzt Magdalena Siegenthaler. Im Frühjahr muss der Panzer der Schildkröten zusätzlich mit etwas Olivenöl eingerieben werden.

Einchecken im Hotel
Wenn es nun Herbst wird, beziehen die Schildkröten bald ihr "Hotel" für den Winterschlaf. Von Oktober bis März verbleiben sie dann in einer der drei grünen Tonnen, welche in die Erde eingelassen sind. Sobald sie dort "eingecheckt" haben, graben sie sich bis 120 Zentimeter tief in den Holzschnitzel-Boden, damit ihnen die Kälte im Winterhalbjahr nichts anhaben kann. Doch auch den Sommer über ist das durch Vater Ueli erbaute Schildkröten-Hotel gut ausgelastet. In dieser Zeit begeben sich die Tiere jedoch nur nachts dorthin. Denn frühmorgens sind sie bereits wieder erpicht darauf, draussen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen einzufangen. "Schildkröten brauchen sowohl die Sonne, als auch genügend schattige Plätze", weiss Ursina und zeigt auf das sogenannte Frühbeet; auch ein Bauwerk ihres Vaters. Es ist eine Art durchsichtiger Verbindungstunnel zwischen zwei Gehegen. "Dort gibt es im Frühjahr regelrecht Stau, weil sich die Tiere nach dem Winterschlaf unter der Plexiglas-Scheibe aufwärmen wollen", ergänzt ihre Mutter lachend.

Die richtige Bepflanzung

• Schildkröten brauchen eine Bepflanzung und Wasserstellen, welche ihrem natürlichen Lebensraum entspricht.

• Geeignet sind beispielsweise Kräuter, Lavendel und Hibisken.

• Eine Schildkröte benötigt rund zwei Quadratmeter Platz, sollte jedoch nie alleine gehalten werden.

• Griechische Landschildkröten können nicht schwimmen: Daher Vorsicht mit der Tiefe bei den Wasserstellen.


Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 10.09.2011

Donnerstag, 25. August 2011

Weniger Gemeinderäte für mehr Lohn


Aarberg soll künftig nur noch von fünf Gemeinderäten regiert werden. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Ortsparteien geht. Dagegen spricht sich einzig die SVP aus, welche jedoch wählerstärkste Partei ist.

Soeben ist die Vernehmlassung zu einer möglichen Ratsreduktion von sieben auf fünf Gemeinderäte zu Ende gegangen. Mit einem erstaunlichen Resultat: Sogar kleine Parteien wie die EDU oder die BDP sind für eine Reduktion des Gemeinderats. Die BDP beispielsweise ist bisher noch nicht im Rat vertreten, da es sie bei den letzten Wahlen noch gar nicht gab. Nun stimmt sie einer Verkleinerung der Regierung zu, obwohl dadurch ihre Chance auf einen Sitz bei den nächsten Wahlen deutlich schrumpft.

Wo man sich kenne und wo der Bezug zur Sache ein unmittelbarer sei, spiele die Sachpolitik die wichtige Rolle, argumentiert die BDP in ihrer Mitteilung. „Damit rückt die Frage der Grösse des Gemeinderats in den Hintergrund“, so Dominik Herren, Sekretär der BDP Aarberg. Schliesslich sei festzustellen, dass es infolge verschiedener Reorganisationen auf kantonaler und regionaler Ebene – die BDP denkt dabei an die Kantonspolizei oder den Zivilschutz - kaum mehr Sinn mache, sieben Ressorts zu definieren, hält Herren fest.

Auch FDP und SP dafür
Dass die SP dies auch so sieht, wurde bereits im Vorfeld angenommen: „Die SP möchte festhalten, dass es in erster Linie um eine Reduktion von sechs auf fünf Gemeinderäten geht“, so Myriam Lanz, Präsidentin der Linkspartei. Denn: Bereits heute habe Ruedi Krähenbühl (SP) durch den Wegfall der Elektrizitäts- und Wasserversorgung Aarberg kein eigenes Ressort mehr zu vertreten. Die SP sehe in einem Erhalt eines Siebner-Gremiums viele Ueberlagerungen, welche die Führung erschwere und in einem schwerfälligen Funktionieren münde, ist Lanz überzeugt. Mehr Effizienz fordert auch die FDP: „Tief- und Hochbau werden bereits heute durch dieselbe Organisationseinheit der Verwaltung betreut“, so FDP-Präsident Christoph Eigenmann. Und: Die Zusammenlegung der politischen Ressorts sei demnach eine logische Folge dessen, was bereits heute auf der operativen Ebene gelebt werde.

Gegen Verwaltungs-Ausbau
Gegen einen Ausbau dieser operativen Ebene, sprich der Verwaltung wehrt sich indes die SVP vehement. Präsidentin Petra Wyss: „Die Gefahr, dass die Verwaltung ausgebaut werden könnte oder der Ruf nach einem Parlament“, seien es, welche die SVP dazu veranlasst habe, mit deutlichem Mehr gegen eine Ratsreduktion zu stimmen. Ein weiteres wichtiges Argument sei die zu hohe Arbeitsbelastung, welche auf die Gemeinderäte zukommen würde. Einzig einer Erhöhung der Gemeinderats-Gehälter kann die SVP zustimmen. Denn: „Die Entschädigung ist seit Jahren die gleiche“, gibt Wyss zu bedenken. Auch die SP verlangt, dass die Gemeinderäte künftig mehr in der Lohntüte haben sollen: „Wir rechnen damit, dass die verbesserte Aufgabenteilung und die Erhöhung des Honorars das Amt im Gemeinderat attraktiver macht“, ist SP-Präsidentin Lanz überzeugt. Darüber, wie viel dies schlussendlich sein wird und ob auch das Amt des Gemeindepräsidenten mehr Stellenprozente zugesprochen erhält, wird dereinst schliesslich noch der Souverän mit seinem Entscheid an der Gemeindeversammlung ein Wörtchen mitzureden haben.


Streit um Aufgabenzuteilung

• FDP will bei Ratsreduktion auch die Anzahl Kommissionen kürzen.
• SVP ist damit nicht einverstanden. Die Bevölkerung sei mit sieben Gemeinderäten besser vertreten, als mit fünf.
• SP will die beiden Ressorts Soziales und Bildung zusammenschliessen.
• EDU möchte alle Ortsparteien in den Kommissionen vertreten sehen; unabhängig davon, ob Sitze erreicht wurden oder nicht.
• BDP stellt fest, dass das Ressort Sicherheit aufgrund Kantonalisierung und Regionalisierung überflüssig werde.


Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 25.08.11

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Mittwoch, 24. August 2011

Von der Pintenschenke zur Erlebnis-Gastronomie


Das neue Pächterpaar vor dem Restaurant „Zur Brücke“: Esther Zwahlen und Ralph Spychiger.

Soeben hat die „Brücke“ in Aarberg neu eröffnet. Mehreren Pächtern ist es in der Vergangenheit nicht gelungen, rentabel zu wirten. Das soll sich jetzt ändern.

Mit neuem Pächterpaar und einer Erlebnisgastronomie will Besitzer Ulrich Schmid mit dem Restaurant „Zur Brücke“ an ehemals erfolgreiche Zeiten anknüpfen. „Ja, wir möchten die Brücke wieder aufleben lassen“, ist Schmid zuversichtlich. Aus diesem Grund habe er auch „jemand Ausgewiesenes“ als Pächter gewählt. Schmid: „Wir hoffen dadurch, dass die Gäste von früher wieder in die Brücke zurückkehren werden“. Mit „früher“ meint er die Zeit vor rund fünfzehn Jahren, als der damalige Wirt Emil Hurni weitherum einen sehr guten Ruf hatte und auch viele Aarberger Stammgäste in seinem Betrieb begrüssen konnte. „Seit Hurnis verstorben sind, lief es in der Brücke nie mehr zufriedenstellend“, weiss Schmid.

Mehrere Pächter kapitulierten
In der Tat: Mehreren Pächtern gelang es in den vergangenen Jahren nicht, den Betrieb rentabel zu führen. Diese mussten oft bereits nach kurzer Zeit die Segel streichen. Eigentlich verwunderlich, denn das Restaurant ist am Kopf der Aarberger Holzbrücke eigentlich optimal gelegen. Das soll sich nun ändern: Esther Zwahlen und Ralph Spychiger sind als Wirtepaar optimistisch, dass die „Brücke“ sowohl als Speiserestaurant, als auch als Treffpunkt für Einheimische bald wieder in aller Munde ist. Unser Konzept ist die Erlebnisgastronomie“, so Zwahlen. Dazu zählen beispielsweise Fleischspiesse, welche sich die Gäste im Alkoholfeuer direkt am Tisch selbst brutzeln können.

Brand in der Pintenschenke

- Am Ort des heutigen Restaurants „Zur Brücke“ stand vor über 200 Jahren eine Pintenschenke.

- Diese befand sich im Erdgeschoss des dortigen Kornhauses.

- Im Januar 1779 fielen das Kornhaus und damit auch die Schenke einem Brand zum Opfer.

- Der damalige Schenk erlitt einen Schaden, welcher etwa dem Jahreslohn eines Zimmermanns entsprach.


Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 23.08.11


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Sonntag, 21. August 2011

Ferrari-Treffen in Aarberg: Impressionen






Heute Sonntag trifft sich im Aarberger Stedtli die Ferrari-Fangemeinde. Ein besonderer Blickfang bot der Ferrari von "Ueli Maurer". Die Militär-Folie ist nur geklebt, darunter steckt ein "gewöhnlicher", roter Italiener.

Markus Nobs

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