Sonntag, 30. Oktober 2011

BDP will in den Gemeinderat

Gäste an der Hauptversammlung von Ende Oktober in der Krone: Die BDP-Grossräte Monique Unterrassner, Ueli Spring und Jan Gnägi (Bild: Markus Nobs).

Für die Wahlen im kommenden Jahr hat die BDP Aarberg und Umgebung ein klares Ziel. Sie will einen Sitz im Gemeinderat holen.

Für die laufende Legislatur hatte die BDP in Aarberg noch nicht antreten können; weil es sie bei den letzten Wahlen noch gar nicht gab. Nach mittlerweile dreijähriger Aktivität, unter anderem mit der Mitwirkung zur Ortsplanung, ist für Parteisekretär Dominik Herren klar: "Einen Sitz im Gemeinderat wollen wir gewinnen". So einfach diese Aussage klingt, so brisant ist sie. Bringt die BDP damit doch unmissverständlich zum Ausdruck, dass sich die bisherigen Parteien auf eine weitere Konkurrentin im Rennen um die Plätze in der Exekutive einstellen müssen.

Gute Ausgangslage
Das Vorhaben der "Neuen Kraft", wie sich die BDP auch nennt, könnte durchaus gelingen: Hat die Partei bei den vergangenen Grossrats-Wahlen im Kanton Bern doch über 16 Prozent an Stimmen geholt. In Aarberg waren es gar deren 20,2 Prozent. Das Erreichen dieser 20-Prozent-Marke ist es auch, welche bei einem fünfköpfigen Gemeinderat für den Gewinn eines Sitzes notwendig wäre. Der Aarberger Souverän wird ja bekanntlich an der kommenden Gemeindeversammlung darüber abstimmen, ob in Aarberg nur noch fünf statt bisher sieben Gemeinderäte regieren werden.

Kandidaten gesucht
Pro Gemeinderatssitz hat eine Partei zusätzlich Anrecht auf jeweils einen Sitz in den entsprechenden Kommissionen. Personen also, die zuerst gefunden werden müssen. Die Suche danach sei indes bereits angelaufen, wie Parteipräsidentin Vreni Jenni-Schmid bekannt gibt. Auch im Vorstand der BDP Aarberg und Umgebung ist man am Erneuern. Für die zurücktretende Ursula von Bergen aus Kallnach ist soeben der knapp 18-jährige Lukas Reithmeier, ebenfalls wohnhaft in Kallnach, in den Vorstand gewählt worden. "Ich bin für das Stimmrechtsalter 16", so Reithmeier. Es sei doch schade, dass Schülerinnen und Schüler in der achten und neunten Klasse über Politik informiert würden, sie aber dann nach der obligatorischen Schulzeit zwei Jahre warten müssten, bis sie selbst abstimmen und wählen können, argumentiert Reithmeier.

Die BDP Aarberg und Umgebung in Zahlen

- Die BDP Aarberg und Umgebung umfasst die Gemeinden Aarberg, Kappelen, Kallnach, Niederried, Radelfingen, Bargen.

- Insgesamt rund 50 Mitglieder.

- 2012 will die BDP auch in Radelfingen zu den Wahlen antreten.

Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 27.10.2011