Donnerstag, 24. November 2011

Es bleibt bei sieben Gemeinderäten

Im Aarberger Gemeindehaus werden auch ab kommender Legislatur sieben Gemeinderäte regieren (Bild: Markus Nobs).
Der Gemeinderat von Aarberg hat mit seinem Bestreben, die Anzahl Ratssitze von sieben auf fünf zu reduzieren, Schiffbruch erlitten.

Mehrere Redner aus der Gemeindeversammlung befürchteten bei einem Fünfer-Gremium eine zu hohe Arbeitsbelastung für die einzelnen Ratsmitglieder. Unter anderem die SVP und die EDU sprachen sich bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung vehement gegen eine Reduktion aus. Nebst der Zusatzbelastung warnte man insbesondere seitens der SVP auch vor höheren Kosten, welche auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen würden. Und: „Wenn wir derzeit dreissig Leute als Vertreter der Bevölkerung in den Kommissionen haben, wären es bei einer Reduktion auf fünf Ressorts gerade noch deren 12 Personen“, gab Petra Wyss, Präsidentin der SVP zu bedenken.

Mehrere Nachredner folgten ihr, so unter anderem Hans Sauser: Die Gemeinderäte müssten bereits in ihrem angestammten Beruf viel leisten, führte er ins Feld. „Dann kommt noch die Arbeit im Gemeinderat dazu“ und das würde dazu führen, dass die Mitglieder in einem fünfköpfigen Gemeinderat erst recht „im oberen Bereich drehen“ würden, so Sauser. SVP-Präsidentin Wyss mahnte auch, dass es schade wäre, wenn sich das Feld möglicher Kandidaten für den Gemeinderat künftig „nur noch auf Pensionierte“ oder auf Personen, welche Teilzeit arbeiten, beschränken würde.

Neues Wirtschafts-Ressort
Obwohl der Gemeinderat in seiner Botschaft die Vorteile einer Ratsreduktion ausführlich darlegte und die Parteien FDP und SP mit unterstützenden Voten für mehr Effizienz und eine klarere Trennung zwischen operativer und strategischer Ebene die Aarberger Regierung stützte, lehnte der Souverän den Antrag mit 79 zu 48 Stimmen deutlich ab. Angenommen hingegen wurden nebst den Aenderungen im Personalreglement indes auch die Teilrevision des Organisationsreglements: In Aarberg wird es ab kommender Legislatur demnach neu das Ressort „Wirtschaft“ geben. Ihm werden unter anderem die Aufgaben Tourismus, Volkswirtschaft, der öffentliche Verkehr oder die Umwelt angehören. Die Neuschaffung dieses Ressorts wurde notwendig, weil durch die Verselbständigung der Energie und Wasser Aarberg (EWA) ein Ressort wegfiel. Dessen Ressortvorsteher Ruedi Krähenbühl (SP) wird bis Ende der laufenden Legislatur im Dezember 2012 ohne Dossier bleiben.

Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 25.11.2011