Direkt zum Hauptbereich

Aarberg will sich nicht selber bremsen

Die Aufhebung der kommunalen Submissionsverordnung wird auch bereits auf die bevorstehende Sanierung der Verwaltungsliegenschaft am Stadtplatz 46 Einfluss haben (Bild: Markus Nobs).
Der Gemeinderat von Aarberg hat seine Verordnung zur Vergabe von Gemeindeaufträgen aufgehoben. Er verhindert dadurch Verzögerungen beim Baubeginn der neuen Mehrzweckhalle.
Es war ein kleines, unscheinbares Inserat, das im Aarberger Anzeiger auf den Entscheid des Gemeinderats hingewiesen hat: Dieser habe nämlich entschieden, die kommunale Submissionsverordnung per 1. Mai 2012 aufzuheben.
Aufmerksamen Beobachtern war rasch klar, dass diese Verordnung auf irgendeine Art und Weise dem Zeitplan des bevorstehenden Baus der Mehrzweckhalle auf der Aarberger Kräheninsel im Weg stehen könnte. Die Aarbergerinnen und Aarberger haben diesem Bauvorhaben im vergangenen Jahr an der Urne deutlich zugestimmt (das BT berichtete). «Verrückt ist, dass Aarberg sich mit dieser Submissionsverordnung selber bremst», sagt SP-Gemeinderat Samuel Gauler. Er muss es wissen: Als Präsident der eigens für den bevorstehenden Bau der Mehrzweckhalle ins Leben gerufenen Spezialkommission wird er zusammen mit Gemeindepräsident Arnold Stalder (FDP), dessen Vize Fritz Affolter (SVP) und zwei weiteren Mitgliedern in den nächsten Monaten Arbeiten in Millionenhöhe vergeben.
Gesamthaft handelt es sich um ein Volumen von 8,9 Millionen Franken. Gauler: «Der Gemeinderat hat der Spezialkommission die alleinige Kompetenz zur Vergabe der Arbeiten übertragen». Und: Bis im Juni soll das Projekt für die Baueingabe bereit sein und die Arbeiten selbst noch in diesem Jahr vergeben werden. So könne der Baubeginn wie geplant im Februar 2013 erfolgen, so Gauler.
Mindestens drei Offerten
Welchen Vorteil bringt die Ausserkraftsetzung der Submissionsverordnung für die Gemeinde? Der wichtigste Punkt sind die Vergabebestimmungen für das sogenannt freihändige Verfahren. In der bisherigen Verordnung der Gemeinde war es lediglich bei Beträgen unter 25 000 Franken möglich, die Aufträge frei zu vergeben. Ab Mai gelten jetzt aber die kantonalen Schwellenwerte, welche viermal höher liegen. Nun wird es also möglich sein, Arbeiten bis zu einem Betrag von 100 000 Franken freihändig zu vergeben. Freihändig bedeutet nach kantonaler Vorgabe auch, nicht mehrere Offerten einholen zu müssen. Jedoch weist Gauler darauf hin, dass dies in Aarberg trotzdem geschehe. Der Gemeinderat habe nämlich auf Protokollebene beschlossen, dass immer mindestens drei Offerten einzuholen seien. Dies werde auch durch die Spezialkommission für den Hallenbau so gehandhabt.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Abenteuer ihres Lebens

Die Aarbergerin Martina Zürcher mit ihrem Mann Dylan Samarawickrama vor der Holzbrücke. Das Abenteuer ihres Lebens ist nicht zuletzt auch die Liebe zueinander. Text/Foto: Markus Nobs/BT.Das Urvertrauen in sich selbst und sein grosser Traum haben Dylan in das Abenteuer seines Lebens geführt. Dreieinhalb Jahre lang umrundete er die Welt mit einem Motorrad. Seine Frau Martina und er beeindruckten die Aarbergerinnen und Aarberger mit ihrer Reise-Show. Dabei stellten sie auch ihr neues Buch vor. «Es ist das erste Mal, dass wir eine Veranstaltung ausgebucht haben» strahlt Elisabeth Berger, die Leiterin der Aarberger Gemeindebibliothek. Bereits Tage zuvor konnte sie den Hinweiszettel an die Eingangstüre hängen, dass für die Reise-Show von Dylan Samarawickrama und Martina Zürcher alle Plätze vergeben seien. Und für die Anwesenden hat sich der Besuch mehr als gelohnt: Es sind nicht einfach Bilder einer gewöhnlichen Reise, die Dylan heute Abend zeigt. Es ist die eindrückliche Präsentation e…

Eine Landbeiz mehr, die schliesst

Eine Aera geht zu Ende: Helene Koch und ihre Eltern Martin und Päuli Schwab vor dem Restaurant Sternen in Fräschels. Sie posieren für ein letztes Bild vor dem Eingang zum Wirtshaus. Martin Schwab ist im Jäger Aarberg aufgewachsen. Er ist der Zwillingsbruder von Erich Schwab, welcher kürzlich den Jäger in Aarberg seinen drei Töchtern übergeben konnte. Foto/Text: Markus Nobs/BT.Das Wirtshaus ist verkauft. Eine Nachfolge für den Betrieb des Gasthofs Sternen in Fräschels konnte das frisch pensionierte Wirtepaar Martin und Päuli Schwab auch nach langer Suche nicht finden. «Es ist das Beste, was uns passieren konnte, mir geht es super!». Martin Schwab lacht über das ganze Gesicht. In seinem roten Segler-Pullover, dem weissen Hemd darunter und seinem offenen Blick strahlt er dies auch aus. Ihm geht es blendend, kein Zweifel. Trotz langer Suche hat er zwar keinen Nachfolger für den Wirtsbetrieb, wohl aber einen Käufer für das Haus gefunden. Fast vierzig Jahre haben er und seine Frau Päuli …

Als ein Elefant ins Stedtli kam

Werner Adams vor der Aarberger Holzbrücke. Dass diese anfangs 19. Jahrhunderts auch durch einen Elefanten überquert wurde, wussten bislang wohl nur wenige Aarbergerinnen und Aarberger (Foto: Markus Nobs).Das neuste Werk des Schriftstellers Werner Adams ermöglicht lebensnahe Einblicke ins Seeland des 18. und 19. Jahrhunderts. In der Bibliothek Aarberg stellte er soeben sein neues Buch vor. «Archivgeflüster» lautet zwar der Titel des neusten Werks von Werner Adams. Geflüstert wird darin aber keinesfalls. Im Gegenteil: Die verschiedenen Kurzgeschichten über Menschen aus dem Berner Seeland haben es in sich. Da wird jemand vergiftet und der überführte Mörder schliesslich unter grossem Publikumsaufmarsch auf dem Dorfplatz hingerichtet. Da kommt es auch zu einer Messerstecherei beim «Fensterlen», dem sogenannten «Chiltgang» oder die Leserin und der Leser finden sich plötzlich mitten im Aarberger Stedtli wieder und verfolgen hautnah, wie ein Elefant auf den Stadtplatz einmarschiert, was do…