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Tabuloser Umgang mit dem Altern

Er blickt positiv in die Zukunft: Präsident Samuel Ruggli vor dem Aarberger Rathaus (Bild: Markus Nobs).
 
Der Seniorenrat „Aarberg +5" geht neue Wege. Mit einem ansprechend gestalteten Flyer bietet er sich den Menschen im dritten Lebensabschnitt aktiv zur Unterstützung an.

 

Viele ältere Aarbergerinnen und Aarberger in der Senioren-Ueberbauung Walperswilmatte zeigten sich erfreut, als sie kürzlich den in knalligem Grün hinterlegten Flyer des Seniorenrats in ihrem Briefkasten vorfanden. Nebst einem Kurzabriss des Angebots strahlen dem Betrachter auf der Rückseite des Papiers die Mitglieder des Seniorenrats entgegen. „Wir sind für Sie da und beraten Sie zu Lebensfragen mit 60+" so die Aussage, welche den neun abgebildeten Frauen und Männern aus den Gemeinden Bühl, Walperswil, Bargen, Kallnach, Hermrigen und eben Aarberg als Sprechblase in den Mund gelegt ist. Das „+5" steht für die erwähnten Gemeinden, mit denen Aarberg im Seniorenrat zusammenarbeitet.

 

Dass der Seniorenrat offensiv an die Oeffentlichkeit herantritt, hängt mit der Absicht zusammen, die Kommunikation auszubauen und das bestehende Angebot besser bekannt zu machen. Denn wie lautet das Sprichwort? Tue Gutes und sprich darüber. Dass der Seniorenrat Gutes tut, darüber besteht kein Zweifel. „Wir sehen uns als Bindeglied zwischen den Seniorinnen, Senioren und der grossen Zahl an Dienstleistern, oder auch als lokale Ansprechstelle gegenüber den Behörden", so Seniorenrats-Präsident Samuel Ruggli.

 

„Der Flyer ist unser erstes Produkt im Bereich Kommunikation", sagt Ruggli. „Dank der Gelegenheit zur Mitarbeit in der Planung des bevorstehenden Baus des Aarberg Centers konnten wesentliche Anliegen älterer Menschen, insbesondere zum Thema Langsamverkehr, erfolgreich eingebracht werden".

Und: „Bei unserer Arbeit dreht sich vieles um die Frage, was älter werdende Menschen selbst tun können, um möglichst lange mobil und unabhängig zu bleiben", umschreibt Präsident Ruggli die Aufgaben des Seniorenrates. Er und seine Mitstreiter in den angeschlossenen Gemeinden nehmen Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern auf, suchen nach Lösungen oder stellen die entsprechenden Kontakte her. Ruggli: „Wir haben  Initiativrecht". Konkrete Schritte umzusetzen, beispielsweise wenn es um Massnahmen geht, die Kosten auslösen, bleiben Sache der Politik, welcher der Seniorenrat mit fachlichem Beirat zur Seite steht. So fänden beispielsweise mindestens zweimal im Jahr Zusammenkünfte mit der Aarberger Sozialkommission statt.

 

Der Seniorenrat Aarberg +5 führt regelmässig Informationsanlässe durch. So geschehen kürzlich in Kallnach, als zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag beinahe der Platz knapp wurde. „Dieser Anlass hat Riesenanklang gefunden, denn statt der erwarteten sechzig Personen erschienen schlussendlich über hundert", freut sich Ruggli über die Aktivität und das Interesse der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus dem Einzugsgebiet und er stellt fest:  „Zweifellos setzen sich die Menschen heutzutage bewusster und auch tabuloser mit den Umständen des Aelterwerdens auseinander".

 

Markus Nobs
Artikel aus dem Bieler Tagblatt vom 02.11.2013

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