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Ein Jedes will gewinnen

Aarbärgfescht-Präsident Urs Weibel mit einer „Arflete“ Gummientchen, die Mitte August in der Alten Aare um die Wette schwimmen werden werden (Foto: Markus Nobs).
Bereits zum fünften Mal in zehn Jahren findet Mitte August das Aarbärgfescht unter der Holzbrücke statt.
Ein Entenpaar mit seinen drei Jungen flieht flink ins Schilf hinein, als eine Menschenfamilie im „Alten Aerli“ unter der Holzbrücke auf sie zuschwimmt. Bald wird hier noch viel mehr Leben sein. Was genau vor zehn Jahren mit der Einweihung des Aarbiente seinen Lauf nahm, wird Mitte August zum fünften Mal mit einem Aarbärgfescht gefeiert. „Es ist ein Fest der Aarberger Vereine für die Bevölkerung aus Nah und Fern“, freut sich OK-Präsident Urs Weibel. So sind es auch die Vereine selbst, die die Essens- und Trinkstände traditionellerweise selbst betreiben. „Das ist das Konzept am Aarbärgfescht, wir wollen keine kommerziellen Marktstände, die Plastik-Spielzeug oder Magenbrot verkaufen“. Vielmehr seien eben die Vereine selbst die Marktfahrer. Daneben bieten diese verschiedene Attraktionen wie eine Rollenrutschbahn, ein Büchsenwerfen, eine Tyrolienne oder ein Bogenschiessen und dergleichen an.
Dass die Vereine die Getränke zentral einkaufen müssen, hat bei einzelnen Mitgliedern zu reden gegeben. Doch Urs Bürgi von der Musikgesellschaft Aarberg relativiert: „Das Gesamtpaket für den Getränkebezug, die Einrichtungen, die Kühlschränke und auch die Entsorgung zu den vorgesehenen Preisen stimmen so für uns. Wenn man nur den Getränkebezug für sich alleine betrachten würde, wären die Preise hoch; aber als Ganzes ist es Okay“, so Bürgi. Die Aarberger Getränkehändlerin Vreni Schori sieht das als unterlegene Konkurrentin anders: „Viele Vereinsmitglieder waren enttäuscht, dass man das so gemacht hat“. Sie höre von den Vereinen, vor allem den Kassieren, dass sie vorher mehr verdient hätten, bedauert Schori. „Wie schon beim letzten Aarbärgfescht vor drei Jahren beziehen die Vereine alle Getränke zentral“, bestätigt Urs Weibel. Das ganze „Handling“ sei ans Barstreet-Festival ausgelagert worden. „Man darf nicht vergessen, dass die Getränkelieferanten den Anlass auch kräftig sponsern und die Infrastruktur, welche zur Verfügung gestellt wird, halt seinen Preis hat“, so Weibel. Und: „Ohne die vielen Sponsoren könnten die Bands und die Bühne gar nicht erst finanziert werden und wir sind sehr dankbar dafür“.
Ein „Highlight“ des Fests werden wieder die „Aenteli-Rennen“ sein, welche ab Samstag Mittag stattfinden. Besucherinnen und Besucher können die gelben Gummientchen für zehn Franken pro Stück kaufen und diese dann für sich starten lassen. „Es gibt Preise im Gesamtwert von 8000 Franken zu gewinnen“, weiss Weibel. Auch wenn das eigene Entchen beim „Aerli-Schwumm“ lediglich einen hinteren Platz belegen sollte, gibt es für jeden Teilnehmer mindestens einen schönen Trostpreis wie beispielsweise ein T-Shirt oder ein Kochbüchlein zu gewinnen.
Das Unterhaltungsprogramm am diesjährigen Aarbärgfescht kann sich sehen lassen: Am Freitag treten Stiller Has, Pablo Polar und Niuwland auf. Am Samstag vor dem Mittag spielt die Musikgesellschaft Aarberg. Am Nachmittag wird Ueli Schmezer sein Kinderprogramm zum Besten geben. Schliesslich treten unter anderem Starbugs, die Surf Drummers oder nach Mitternacht dann Death by Chocolate auf. „Und das alles kostet keinen Eintritt“, freut sich Urs Weibel. „Das war vor zehn Jahren bereits so und das wollen wir beibehalten“.
Bleibt also nur noch zu hoffen, dass es während des Rennens keines der gelben Entchen seinen lebenden Artgenossen gleichtut und ins Schilf abhuscht.
Das Aarbärgfescht findet am 14./15. August 2015 beim Aarbiente unter der Holzbrücke statt. Die Gummientchen sind erhältlich bei: Raiffeisenbank, Badi Aarberg, Bibliothek, Burkhard, Autoweibel und Mercato. Weitere Infos: www.aarbaergfescht.ch
Artikel von Markus Nobs aus dem Bieler Tagblatt vom 3. August 2015.

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